Wiesloch: Massenkeilerei in Flüchtlingsunterkunft – 200 Bewohner in Schlägerei verwickelt

Eine Massenschlägerei in einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesloch hielt am Mittwoch Abend die Polizei in Atem. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen, waren am Ende nahezu alle 200 Bewohner in die Keilerei verwickelt.

Die Bewohner seien zum Teil mit Metallstangen und Stuhlbeinen aufeinander los gegangen. 14 Bewohner wurden dabei verletzt. Der Rettungsdienst war mit zwei Notärzten und insgesamt vier Rettungsfahrzeugen im Einsatz und versorgte die Blessuren der Verletzten vor Ort. Einer der Verletzten musste zur Behandlung in eine Klinik gebracht werden.

Nach den ersten Ermittlungen soll ein angeblicher Diebstahl Auslöser für die Auseinandersetzung gewesen sein. Ein 25-Jähriger Eritreer beschuldigte einen 20-Jährigen Afghanen, 150 Euro gestohlen zu haben. Mit einer Flasche ging der betrunkene 25-Jährige dann auf den Jüngeren los. Daraufhin solidarisierten sich die jeweiligen Landsleute und starteten die Schlägerei.

Wie sich später herausstellte, waren die Vorwürfe des Diebstahls haltlos, so die Staatsanwaltschaft. Drei Rädelsführer wurden bis zum Donnerstagmorgen in Gewahrsam genommen. Die Polizei war mit 24 Streifenwagen aus dem Präsidiumsbereich Mannheim im Einsatz. Zusätzlich kam Verstärkung aus Karlsruhe.

Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung in mehreren Fällen, der Sachbeschädigung und des Landfriedensbruchs. (rk/pol)