Wörth: Gericht entscheidet nach Vogelgrippe-Verdacht über Keulung

Die unter Vogelgrippe-Verdacht stehenden Vögel in einem Zuchtbetrieb in Wörth (Kreis Germersheim) dürfen vorerst nicht getötet werden. Der Rassegeflügelzuchtverein habe beim Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße einen Eilantrag gegen die Keulung eingereicht, sagte eine Gerichtssprecherin. Die Entscheidung sollte noch am Dienstag fallen.
Es sei unverhältnismäßig, alle 454 Gänse, Enten und Ziervögel in der Anlage zu töten, wenn nur bei wenigen ein Vogelgrippe-Virus festgestellt wurde, sagte Helmut Demler vom Landesverband der Rassegeflügelzüchter Rheinland-Pfalz. „Da muss man erstmal alle untersuchen. Die kann man nicht einfach alle totschlagen.“ Außerdem sei es noch gar nicht sicher, ob es sich um die derzeit grassierende, hoch ansteckende H5N8-Variante des Virus handele. Das Umweltministerium hatte erklärt, wahrscheinlich seien die Tiere vom Typ H5 befallen. Proben wurden zur Untersuchung an das Friedrich-Loeffler-Institut geschickt. Im Landkreis Germersheim gilt eine kreisweite Stallpflicht. Die Rassegeflügelzüchter haben eine Ausnahmegenehmigung, weil ihre Wassertiere nicht lange in Ställen gehalten werden können. In dem Zuchtbetrieb befinden sich nach Angaben von Demler sehr seltene Tiere. „Das sind Raritäten.“ Ihr Wert liege zusammen bei Zehntausenden Euro.(dpa/lrs)