Worms: Diskussion um Bismarck-Büste

Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel will das alte Bismarckdenkmal wieder aufstellen, und ihm August Bebel zur Seite stellen. Mit dem Vorschlag reagiert Kissel auf die anlässlich des Denkmaltages  aufgeflammten Diskussion um dieses „unbequeme“ Zeitzeugnis, das seit Jahren im Andreasstift aufbewahrt wird. Der Bronzebüste des sogenannten „eisernen“ Reichskanzlers könnte ein neues Denkmal des damaligen SPD-Vorsitzenden August Bebel gegenüber gestellt werden, meint Kissel. Ein geeigneter Ort dafür wäre nach Ansicht des Oberbürgermeisters der Platz am Eingang der Arbeitersiedlung Kiautschau. Sie stehe für die paternalistische Sozialpolitik Bismarcks, wie sie in Worms vom Lederindustriellen von Heyl vertreten wurde. Die benachbarte Bebelstraße erinnere an die von 1878 bis 1890 verbotene Sozialdemokratie und ihre Verwurzelung in der Wormser Arbeiterschaft. Als Termin für eine Wiederaufstellung des Bismarckdenkmals wurde sein 200. Geburtstag im April 2015 vorgeschlagen. Das „Bismarck trifft Bebel“-Projekt könnte unter Federführung von Kulturkoordinator Volker Gallé und unter Einbindung des Kulturbeirates geplant und organisiert werden. Allerdings seien diese Überlegungen zunächst mit der Denkmalpflege und dem Altertumsverein eingehend zu erörtern und im Kulturausschuss zu beraten, erklärt OB Kissel, der bei positivem Signal die weitere Behandlung und Beschlussfassung dieses Projekts im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Stadtrat anstrebt.(mf)