Worms: Nibelungen-„Gemetzel“ kommt an

Rachsüchtige Frauen, verzweifelte Männer und dazu Blut, Kampf und Tod: Um diese Themen kreist „Gemetzel“ – das neue Stück der Wormser Nibelungen-Festspiele, das am Freitagabend vor dem Wormser Dom uraufgeführt wurde. In der Inszenierung von Thomas Schad, die auf dem Buch von Albert Ostermaier beruht, wird die Sage um Siegfrieds Witwe Kriemhild und ihre Rache an den Nibelungen neu erzählt – mit Musik- und Tanzeinlagen und einem Bühnenbild, das von großen Kriegstürmen beherrscht wird. Die 1300 Zuschauer auf den voll besetzten Rängen spendeten nach der zweieinhalbstündigen Aufführung mehrere Minuten lang freundlichen Applaus, es gab auch Bravo-Rufe.

Erlebt wird das Geschehen zu einem Großteil aus der Sicht des Jungen Ortlieb (Alina Levshin), des Sohns von Kriemhild (Judith Rosmair) und ihres zweiten Manns, dem Hunnenkönig Etzel (Markus Boysen). Um Rache für Siegfrieds Tod zu nehmen, lädt Kriemhild die Nibelungen an Etzels Hof, wo es zum unausweichlichen Ende – dem Gemetzel – kommt. Die Siegfried-Sage lässt Ostermaier zuvor von einer Gauklertruppe darstellen, zudem hat er Traumphantasien von Kriemhild eingebaut. „Ohne Vorkenntnisse der Geschichte hätte man das nicht verstehen können“, sagte Zuschauer Mark Peter Zinser. Modedesigner Harald Glööckler sagte dagegen: „Ich finde immer, alles Neue ist gut. Man
muss Dinge neu angehen, denn sonst braucht man sie ja gar nicht mehr inszenieren, wenn man immer alles so macht, wie es schon war.“

Zur Premiere kam auch viel Prominenz- u.a. Mario Adorf. Wer noch alles da war und wie sie das „Gemetzel“ beurteilen: Am Montag in RNF Life. (lrs/wg)