ZEW-Chef Fuest kritisiert Europäische Zentralbank

Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim hat die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) scharf kritisiert. „Die Maßnahmen halte ich für sehr riskant“, sagte Clemens Fuest. Die Krise in Südeuropa werde so nicht behoben. Die zusätzliche Liquidität werde die Immobilienpreise und die Aktienkurse weiter in die Höhe treiben. Faule Kredite müssten abgeschrieben und überschuldete Banken und Unternehmen saniert werden, forderte der Chef des Instituts mit Sitz in Mannheim. Die EZB hatte im Kampf gegen die extrem niedrige Inflation den
Leitzins am Donnerstag von 0,25 Prozent auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt. Zudem beschloss der EZB-Rat, erstmals einen Strafzins von minus 0,10 Prozent zu erheben, wenn Banken Geld bei der EZB parken. Damit will die Zentralbank die Kreditvergabe ankurbeln. dpa/feh