1899: Adventsblues nach dem 1:1 gegen Düsseldorf

Das Wiedersehen mit Julian Nagelsmann hätte für die TSG 1899 Hoffenheim zu einem echten Spitzenspiel werden können. Doch davon wollte bei den Kraichgauern nach dem zweiten verpatzten Heimspiel innerhalb weniger Tage niemand mehr etwas hören. Der als „Eisen-Ermin“ bekannte Verteidiger Ermin Bicakcic fand nach der Enttäuschung deutliche Worte: „In der zweiten Hälfte haben wir aufgehört, Fußball zu spielen. Wir hatten zu viele Ballverluste und haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Es war total unnötig, wir hätten mutiger sein müssen.“

Das 1:1 (1:0) gegen Abstiegskandidat Düsseldorf folgte am Samstag nur fünf Tage auf das desolate 1:5 gegen Mainz: Mit zwei schwachen Vorstellungen hat das Team von Trainer Alfred Schreuder nach der jüngsten Siegesserie den Sprung in die Bundesliga-Spitze deutlich vergeben. „Ich kann es nicht erklären. Wir sind bekannt dafür, offensiv und attraktiv zu spielen“, sagte Torschütze Andrej Kramaric, dessen vierter Treffer im vierten Bundesliga-Spiel nicht für drei Punkte reichte. Auch Schreuder konnte sich den passiven und uninspirierten Auftritt nicht wirklich erklären. „Wir müssen mutiger sein im eigenen Ballbesitz. Es kann noch damit zu tun haben, dass es vergangene Woche ein Rückschlag war“, befand der Niederländer, der mit den 21 Punkten bei der TSG zwar voll im Soll ist. Der aber auch beklagen wird, dass mit nur einem Zähler statt sechs möglichen Punkten eine Chance vergeben wurde, sich trotz des Fehlstarts noch schneller oben festzusetzen.

Die Hoffenheimer erwarten noch vor der Winterpause schwere Duelle mit RB Leipzig und Nagelsmann sowie mit Vize-Meister Borussia Dortmund. Die jüngst vor allem im eigenen Stadion angebotenen Leistungen werden für diese Spiele nicht reichen. Dies sagte auch der Österreicher Posch: „Wir müssen einen Zahn zulegen und eine bessere Leistung auf dem Platz bringen. Jeder muss sich hinterfragen, ob das, was er auf dem Platz bringt, reicht.“ Schreuder nannte die 21 Punkte „gut“ und die Erwartungshaltung in Hoffenheim „brutal“. Die Devise desNiederländers für die kommenden Wochen lautet: „Wir müssen einfach weiterarbeiten. Kein anderer macht das für uns.“ (dpa/wg)