1899: Arbeitssieg in Schwaben

Mit viel Mühe hat 1899 Hoffenheim die Hürde VfR Aalen genommen und ist zum siebten Mal ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Angeführt von Kevin Volland feierte die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol am Dienstag beim Vorletzten der 2. Fußball-Bundesliga einen 2:0 (1:0)-Arbeitssieg und darf sich Hoffnungen auf den erstmaligen Einzug in die Vorschlussrunde machen.

Vor 8252 Zuschauer in der Scholz Arena erzielten Eugen Polanski (16.
Minute) und Volland (56.) die Treffer für den Bundesligisten, der aber nur selten einen Klassenunterschied aufzeigen konnte. „Es war eine unangenehme, schwere Aufgabe. Wir sind froh, dass wir sie gemeistert haben“, konstatierte 1899-Trainer Markus Gisdol. Auch Hoffenheims Manager Alexander Rosen war erleichtert: „Der Gegner war gefährlich und emotional, aber wir haben gut dagegengehalten.“ Aalens Coach Stefan Ruthenbeck beklagte einmal mehr die Abschlussschwäche seines Teams: „Wir schaffen es einfach nicht, die Murmel in den Kasten zu bekommen.“

Ruthenbeck hatte sein Team nach der 0:2-Niederlage am Wochenende in
Sandhausen auf vier Positionen verändert. Aber die Wechsel blieben ohne die erhoffte Wirkung, denn vor allem im Spiel nach vorne blieb der seit 5. Dezember sieglose Zweitliga-Vorletzte im Baden-Württemberg-Derby manches schuldig. Kämpferisch konnte der VfR, der in der zweiten Runde Hannover 96 ausgeschaltet hatte, aber vor allem nach der Pause mit den Gästen mithalten. Den Hoffenheimern genügte eine der seltenen gelungenen Kombinationen, um für die standesgemäße Führung zu sorgen. Nach einem Warnschuss von Fabio Kaufmann auf der Gegenseite (12.) jagte Polanski nach gut einer Viertelstunde einen Rückpass von Volland wuchtig zum verdienten 0:1 ins Aalener Tor. Danach ruhte sich der Bundesligist allerdings allzu sehr auf seiner Führung aus, verschleppte das Tempo und baute den Gegner damit auf. Gegen Phil Ofosu-Ayeh musste 1899-Keeper Jens Grahl, der von Coach Markus Gisdol den Vorzug vor Oliver Baumann erhalten hatte, erstmals eingreifen (35.). Sekunden später bewahrte die Latte den Bundesligisten bei einem Schuss von Andreas Hofmann vor dem drohenden Ausgleich.

Mit Schwung und Biss startete der Zweitligist in die zweiten 45 Minuten, doch mit dem zweiten Treffer raubte Hoffenheim den Aalenern den Elan schnell wieder. Volland schlenzte den Ball nach Querpass von Sven Schipplock aus spitzem Winkel an VfR-Torhüter Daniel Bernhardt vorbei zur Vorentscheidung ins Netz. Ansonsten konnte sich Schipplock, in dieser
Saison mit sechs Treffern erfolgreichster 1899-Torschütze im Pokal, gegen seine Widersacher Oliver Barth und Sascha Mockenhaupt kaum durchsetzen. Nach dem 0:2 verflachte die Partie, die Hoffenheimer Fans sangen sich derweil bereits für das Bundesliga-Spiel am Samstag in Schalke warm. (dpa)