1899: „Aufkündigung der Solidargemeinschaft“

Eine Initiative von Fußball-Zweitligist FC St. Pauli unter anderem gegen 1899 Hoffenheim hat Diskussionen ausgelöst. Der Hamburger Club hat nach Informationen des „Kicker“ beim Ligaverband am 10. November den Antrag gestellt, die vier Bundesligisten TSG Hoffenheim, VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und Hannover 96 von der Verteilung der Einnahmen aus der Fernsehvermarktung und der Gruppenvermarktung – adidas-Ligaball, Hermes-Ballbote, Krombacher – auszuschließen. Die vier genannten Bundesligisten antworteten mit einem Schreiben an die Deutsche Fußball-Liga (DFL)  neun Tage später: Mit diesem Antrag betreibe St. Pauli „die Aufkündigung der Solidargemeinschaft in der Bundesliga und 2. Bundesliga“.

Das Schreiben der Hamburger zielt ab auf das Bekenntnis des Ligaverbandes zur 50+1-Regel. Vereine, die sich durch eine Ausnahmegenehmigung nicht an diese Regel halten müssen, seien von den Vermarktungserlösen auszuschließen. Hoffenheim (Dietmar Hopp) sowie die Werksklubs Wolfsburg (VW) und Leverkusen (Bayer) wären theoretisch sofort betroffen, ab 2017 wäre auch Hannover bedroht. Bei den Niedersachsen schlagen dann 20 Jahre Engagement von Präsident und Unternehmer Martin Kind durch. Dieser Zeitraum ist Bedingung, wenn ein Bundesligaclub einen Antrag stellt auf Ausnahme von der 50+1-Regel, mit der die Hoheit der Vereine in den Fußball-GmbHs sichergestellt wird.

Die betroffenen Klubs reagieren erstaunt.  „Sollte dieser Antrag – tatsächlich – ernst gemeint sein“. (wg)