1899 Hoffenheim: Keine Angst vor Corona-Folgen – „Wirtschaftlich langer Atem“

Viele Profifußball-Clubs bangen in der Corona-Krise schon um ihre Existenz. Die TSG 1899 Hoffenheim sieht sich für einen möglichen Saisonabbruch in der Bundesliga wirtschaftlich hingegen bestens vorbereitet. „Wir sind für dieses Szenario, das in keinster Weise wünschenswert wäre, ohne Fremdkapital oder Zuschüsse so aufgestellt, dass wir auch das überstehen könnten“, sagte Sportchef Alexander Rosen am Dienstag in Zuzenhausen in einer Telefonschalte mit Journalisten. Die Kraichgauer haben in den vergangenen Jahren sehr hohe Transfereinnahmen erzielt, die den einstigen Dorfclub auch von Mäzen und Milliardär Dietmar Hopp finanziell unabhängig gemacht haben. Die Hoffenheimer müssen auch nicht befürchten, in einer neuen Spielzeit keine starke Mannschaft zu haben: Lediglich drei Verträge laufen aus – die der Ersatztorhüter Michael Esser und Alexander Stolz sowie von Sebastian Rudy: Der Nationalspieler ist bis zum 30. Juni von Schalke 04 ausgeliehen und möchte gerne bei der TSG bleiben.

Auch ohne die noch nicht verbuchten Millionen-Transfers der vergangenen Sommerpause hat Hoffenheim im Oktober einen Rekordumsatz vermeldet. Die TSG erzielte in der Saison 2018/19 nach eigenen Angaben einen Umsatz von knapp 164 Millionen Euro und einen Gewinn nach Steuern von mehr als 18 Millionen Euro. Die laufende Spielzeit 2019/2020 wird durch die Verkäufe der Leistungsträger Nico Schulz (Borussia Dortmund) oder Kerem Demirbay und Nadiem Amiri (beide Bayer Leverkusen) eine weitere Rekordbilanz bringen. Es gebe aktuell keine Kurzarbeit in der Geschäftsstelle in Zuzenhausen. Auch das Thema Gehaltsverzicht bei den Profis müsse man „nicht unter Druck aufmachen“. Die Hoffenheimer hatten vergangene Woche einen Hilfsfonds aufgelegt, den nach Clubangaben auch Hopp und Spieler unterstützen. (mho/dpa)