1899 Hoffenheim: Kramaric stellt Vereinsrekord auf – Zukunft im Kraichgau offen

Anfang Mai veröffentlichte die TSG 1899 Hoffenheim ein Video von Andrej Kramaric. Der kroatische Top-Stürmer schlendert dabei durch das nahe gelegene Heidelberg. Er bezeichnet die Stadtz als „ein Stückchen Heimat“ und „sein zweites Zuhause“. Der Kroate ist seit 2016 bei dem Bundesliga-Club aus dem Kraichgau und gibt sich in dem Video alle Mühe, seine Zuneigung zum Verein und der Region zu zeigen.

Alleine: Was ist das wert? Beim 1:1 bei Arminia Bielefeld am Samstag erzielte Kramaric sein 19. Saisontor und stellte damit einen Vereinsrekord auf. Der WM-Zweite von 2018 hat die bisherige Bestmarke von Vedad Ibisevic in gerade einmal 27 Saisonspielen übertroffen und dürfte im Sommer einer der begehrteren Angreifer auf dem Transfermarkt sein. Im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF ließ Kramaric einen Verbleib in Hoffenheim offen, so oder so ähnlich klingt es von seiner Seite schon seit Wochen.

Der TSG um Cheftrainer Sebastian Hoeneß und Sportchef Alexander Rosen könnten im Kampf um ihr Aushängeschild die Argumente fehlen. Hoffenheim hat das internationale Geschäft trotz des treffsicheren Stürmers verpasst, dazu könnte Kramaric seinen ohnehin schon hohen Wert bei der EM ab 11. Juni noch einmal steigern. Schon im Sommer 2020 war Kramaric mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht worden, diesmal dürften auch internationale Clubs aus England oder Spanien noch offensiver ihr Interesse hinterlegen.

„Ich bin Optimist. Ich glaube daran, dass er auch nächste Saison noch für uns spielt“, hatte Hoeneß jüngst gesagt, auch Rosen will um einen Verbleib kämpfen. Wie wichtig der bewegliche und technisch starke Angreifer für die TSG ist, war auch am Samstag auf der Bielefelder Alm wieder zu sehen. Beim Remis hatte Kramaric früh die Führung erzielt und damit für einen Punktgewinn der Kraichgauer gesorgt. „Ich freue mich natürlich über meinen Hoffenheimer Tor-Rekord. Das bedeutet mir sehr viel“, sagte Kramaric. Andreas Voglsammer gelang für die abstiegsbedrohte Arminia später der Ausgleich.

In der Tabelle sind für die TSG – zumindest nach oben – keine weiteren Sprünge drin. Hoffenheim belegt mit 40 Punkten Rang elf und
wird das angepeilte Ziel Europa nach einem turbulenten Jahr mit vielen Corona-Fällen und acht internationalen Spielen verpassen.
Hoeneß war mit dem vorletzten Saisonspiel nicht unzufrieden. „Wir haben gezeigt, dass wir nichts verschenken. Bielefeld hat es uns
heute sehr schwer gemacht“, sagte der Chefcoach. Im Gegensatz zu Kramaric ist die Zukunft des Trainers bereits geklärt: Er soll trotz
einiger sportlicher Probleme in seiner Debütsaison bleiben. (mho/dpa)