Hoffenheim schwitzt in Indien – Vestergaard beeindruckt vom Subkontinent

(1899/mj) Nachdem die TSG Hoffenheim die Spielzeit am letzten Wochenende mit dem zweitbesten Abschneiden seit der Bundesliga-Zugehörigkeit beendet hat, ist der Tross aus dem Kraichgau derzeit in Indien unterwegs. Dort machen sie aber nicht etwa Urlaub: In Kooperation mit der DFL (Deutschen Fußball Liga) ist man auf dem Subkontinent unterwegs, um dort die Bundesliga zu repräsentieren. Zudem werden in Zusammenarbeit mit dem Hoffenheimer Hauptsponsor SAP vier soziale Projekte gestartet. Gegen eine Auswahl des indischen Bundesstaates Mizoram gewannen die Hoffenheimer nach Toren von Anthony Modeste, Eugen Polanski und Jiloan Hamad vor 11.000 Zuschauern mit 3:0. Das Spiel wurde landesweit im indischen Fernsehen übertragen. Im Rahmen der Reise erzählte TSG-Abwehrspieler Jannik Vestergaard über seine Eindrücke.

 

Jannik, was hast du gedacht, als du gehört hast, dass es für dich und deine Mannschaft nach der Saison auf die ‚Tour India‘ geht?

„Ich war niemals zuvor in Indien und wusste sehr wenig über das Land. Ich war neugierig, ja, und ich fand es spannend, dass wir auf einen solch exotischen Trip gehen.“

Nun hast du in wenigen Tagen schon einiges gesehen und erlebt. Was denkst du jetzt?

„Es gibt wahnsinnig viele Eindrücke zu verarbeiten. Die Armut ist unübersehbar und schwer in Worte zu fassen. Die Leute haben ja teilweise nichts und leben auf der Straße. Unvorstellbar eigentlich. Das ist ein merkwürdiges Gefühl, es macht einen nachdenklich und zeigt einem, wie klein die Probleme eigentlich sind, mit denen wir uns tagtäglich beschäftigen.“

Das Spiel am Dienstag fand in einem Stadion statt, das 6.000 Plätze bietet. Beinahe doppelt so viele Menschen waren drin. Schon bei eurer Ankunft am Mittag standen Hunderte auf der Straße Spalier. Wie hat sich das angefühlt?

„Das war einzigartig, es fing ja bereits am Flughafen an. Großartig. Diese Begeisterung hat uns echt überrascht, und sie kam von Herzen. Das spürte man. Die Stimmung im Stadion war kaum zu überbieten. Als wir zum Warmlaufen auf den Platz kamen, haben die Leute gejubelt, so, als wenn in der Bundesliga ein Tor fällt. Nach meiner Auswechslung zur Halbzeit musste ich mit den anderen Spielern von Sicherheitsleuten eskortiert werden, um überhaupt irgendwie vom Platz zu kommen. Ich werde diese Atmosphäre sicher nie vergessen.“

Wie herausfordernd war der sportliche Teil des Abends?

„Wir waren schon etwas überrascht. Die Inder waren sehr laufstark, haben gut kombiniert und uns richtig gefordert. Wir hätten uns über ein Gegentor nicht beschweren können. Es hat einfach Spaß gemacht vor dieser ungewöhnlichen Kulisse. Einige von uns waren sicher müde nach der langen Reise, aber wir hatten keine Gelegenheit, es ruhig angehen zu lassen. Dazu diese Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit – ich glaube, ich habe noch nie so geschwitzt wie an diesem Abend.“

Am Montag geht es zurück nach Hoffenheim, danach ist trainingsfrei bis Anfang Juli. Wie sind deine Pläne?

„Ich werde nach Kopenhagen zu meiner Familie fahren und sicher die meiste Zeit in Dänemark verbringen, Freunde besuchen und so weiter. Zwischendurch fliege ich mit meiner Freundin für eine Woche zum Strandurlaub nach Griechenland.“