1899: Hübner sauer über Rot – „Nimmt mir den Spaß am Fußball“

Benjamin Hübner fühlte sich nicht als Täter, sondern als Opfer. Entsprechend wütend war der Abwehrspieler der TSG 1899 Hoffenheim. „Mein Arm ist an meinem Körper, er zieht meinen Arm nach oben in sein Gesicht“, schimpfte Hübner nach dem 2:2 (1:1) im Bundesligaspiel bei Fortuna Düsseldorf über seinen Platzverweis. Bereits nach neun Minuten musste der 30-Jährige den Rasen verlassen, weil er Gegenspieler Kaan Ayhan im Gerangel im Gesicht traf. „Das ist eine ganz große Schande, was Ayhan macht. Das nimmt mir den Spaß am Fußball“, sagte Hübner erbost. Es war sein erstes Spiel nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre.

In der Tat war die Entscheidung des unglücklich agierenden Referees Sören Storks hart, auch wenn die Aktion klar erkennbar war. „Natürlich war das ein Fehler“, räumte Hübner ein. Video-Schiedsrichter Christian Dingert überprüfte die Szene, schritt aber nicht ein. Unglücklich war auch Ayhans Verhalten, der sich entlarvend äußerte: „Ich habe eine Faust gespürt im Gesicht, das auch relativ deutlich. Dann habe ich gemerkt, dass es nicht ganz so weh tut.“ Die TV-Zeitlupe entlarvte, dass er den Arm, den Hübner in Erwartung eines Eckballs nach hinten raushielt, um den Gegenspieler zu spüren, nach oben drückte und Hübners Hand damit in sein eigenes Gesicht.

Dann ließ es sich fallen. „Die Rote Karte hat das Spiel geändert“, sagte Hoffenheim-Coach
Alfred Schreuder. „80 Minuten in Unterzahl zu spielen, war hart“, meinte Munas Dabbur. Der Israeli schoss in der 16. Minute den Ausgleich, nachdem für die Fortuna Rouven Hennings (5.) die Führung markierte hatte. Henning traf per Foulelfmeter (76.) auch zum
Endstand. Zuvor hatte Steve Zuber (61.) trotz Unterzahl sogar das zwischenzeitliche 2:1 für die Gäste erzielt. Dabei waren die dezimierten Hoffenheimer fast nur zur Verteidigung verdonnert und konnten von Glück sagen, einen Punkt mitnehmen zu können. „Mit dem 2:2 kann ich leben. Wir nehmen den Punkt mit und sind sehr stolz auf die Einstellung und Mentalität der Jungs“, lautete das Fazit von Schreuder. „Immerhin schießen wir noch zwei Tore in Unterzahl.“ Dieser Einsatz und Wille soll auch im Kampf um einen Europacup-Platz der Schlüssel zu einem Erfolg im Heimspiel am Freitag gegen RB Leipzig sein. „Wir sind bereit und haben das Selbstvertrauen, ein großes Spiel zu machen“, kündigte Dabbur an. (dpa/wg)