1899: Keine weiteren Ausrutscher auf dem Weg in die Europa League

Als Europa-League-Teilnehmer hätte die TSG 1899 Hoffenheim einen zusätzlichen Trumpf bei der Trainersuche in der Hand. Doch einen weiteren Ausrutscher dürfen sich die Kraichgauer an den letzten drei Spieltagen nicht mehr erlauben. Auch ein sechsköpfiges Betreuerteam konnte die 0:2-Niederlage gegen RB Leipzig
mit dem früheren TSG-Coach Julian Nagelsmann in der Fußball-Bundesliga nicht verhindern. Für die neue Saison ist eine externe Lösung vorgesehen. „Der Prozess hat noch nicht begonnen. Natürlich gibt es schon Profile, natürlich hat man immer den Markt im Blick, ohne konkret mit jemandem zu sprechen“, sagte Sportchef Alexander Rosen. Womöglich werde man nach der bevorstehenden Englischen Woche „die Gedanken intensivieren“, so der Direktor Profifußball am Freitagabend nach der neunten Heimniederlage des Tabellensiebten.

Rosen koordinierte zwar das Betreuerteam und sprach nach dem Abpfiff in die Mikrofone, saß aber während der Partie mit Videoanalyst Timo Gross und Torwarttrainer Michael Rechner auf der Tribüne. Co-Trainer Matthias Kaltenbach hatte die Kabinenansprache gehalten und dirigierte die Mannschaft am Spielfeldrand. Dort tauchten aber auch die ins Betreuerteam beförderten Nachwuchstrainer Marcel Rapp und Kai Herdling vereinzelt auf. Und vom Oberrang der Tribüne feuerte Geschäftsführer Peter Görlich unermüdlich die TSG an. „Man hat gesehen, dass wir gut vorbereitet waren“, lobte Nationalspieler Sebastian Rudy nach dem Abpfiff. Im ersten Spiel nach der knapp einjährigen Amtszeit Schreuders lieferte Hoffenheim dem Tabellendritten einen erbitterten Kampf auf hohem Niveau. „Ich habe die Mannschaft ausgebildet, insofern wäre es schlimm, wenn sie gar nichts können“, scherzte Nagelsmann an alter Wirkungsstätte über seine frühere Mannschaft.

Unter Nagelsmann hatte der Club erstmals die Europa League und dann die Champions League erreicht. „Wenn wir drei Spiele gewinnen, dann schaffen wir das“, sagte Rosen mit Blick aufs internationale Geschäft. Für die Qualifikation in der Europa League reicht sogar siebte Tabellenplatz. Bereits am Mittwoch geht’s mit der Partie beim FC Augsburg weiter, am Samstag kommt Union Berlin, dann steht das Saisonfinale in Dortmund an – wieder einmal. Dem ganzen Club ist der letzte Spieltag 2012/2013 für immer in Erinnerung: Damals rettete sich die TSG mit einem 2:1-Zittersieg beim BVB in die Relegation und schaffte dort den Klassenverbleib. Vielleicht ein gutes Omen. (dpa/wg)