1899: Kurioses Spiel und bittere Niederlage gegen Mainz

Sinsheim (dpa) – Der FSV Mainz 05 bleibt in der Fußball-Bundesliga
ein traumatischer Gegner für 1899 Hoffenheim. Die Mannschaft von
Trainer Markus Gisdol verspielte am Samstag wie in der Hinrunde einen
2:0-Vorsprung und musste in einem ebenso intensiven wie kuriosen
Spiel noch eine bittere 2:4 (0:0)-Niederlage hinnehmen. Dabei hatten
die Gastgeber vor 24 741 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena die
Rheinhessen eine Stunde lang fast schwindelig gespielt, kassierten
dann aber innerhalb von acht Minuten drei Tore. Auch im fünften
Anlauf gelang Hoffenheim damit kein Heimsieg gegen die Mainzer, die
weiterhin auf Kurs Europa League liegen.
Ausgerechnet Eugen Polanski hatte die Kraichgauer zunächst
scheinbar auf die Siegerstraße gebracht. Der Ex-Mainzer erzielte in
der 53. Minute das 1:0, Roberto Firmino erhöhte mit seinem 13.
Saisontreffer vier Minuten später auf 2:0. Eric Maxim Choupo-Moting
(67.) traf dann, der eingewechselte Benedikt Saller profitierte von
einem verunglückten Befreiungsschlag von Niklas Süle und wurde als
Torschütze zum Ausgleich gefeiert (73.). Shinji Okazaki drehte dann
gegen völlig verdutzte Hoffenheimer den Spieß endgültig um (75.).
Okazaki erhöhte in der Nachspielzeit noch auf 4:2.
Bereits in der 3. Minute hatte Sejad Salihovic in seinem 150.
Erstliga-Spiel für die TSG einen Foulelfmeter verschossen – nach
zuvor sieben verwandelten in dieser Saison. Im Duell der beiden
Taktikfüchse Gisdol und Thomas Tuchel stellte der Hoffenheimer
Trainer seine Mannschaft zunächst besser ein. Die Hausherren spielten
aggressiver gegen den Ball und hätten bereits nach einer guten
Viertelstunde deutlich führen können. Nach 83 Sekunden drückte
FSV-Kapitän Nikolce Noveski TSG-Angreifer Kevin Volland zu Boden und
Schiedsrichter Daniel Siebert aus Berlin pfiff Strafstoß, doch
Salihovic zielte zu ungenau.
Dies war der Startschuss für eine Reihe von hochkarätigen Chancen für
die Hoffenheimer: Volland schoss erst Torhüter Loris Karius (6.) an
und dann über das Tor (8.). Nach einem feinen Pass von Sebastian Rudy
scheiterte der Kapitän der deutschen U 21-Nationalmannschaft erneut
am starken Karius. Anthony Modeste köpfte zudem nach einer
Salihovic-Ecke knapp am Mainzer Gehäuse vorbei (17.).
Kurz darauf musste die Partie kurz unterbrochen werden:
Hoffenheims Abwehrspieler Andreas Beck war in der 24. Minute an der
Seitenlinie auf den Mann an der Sky-Kamera gestürzt. Dieser musste
auf einer Trage aus dem Innenraum der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena
gebracht werden. Nach Angaben der TSG ging es ihm kurz darauf aber
wieder besser, er wurde aber zur Untersuchung in ein Krankenhaus
gefahren.
FSV-Chefcoach Tuchel nutzte die Unterbrechung für einige
energische Anweisungen. Die Rheinhessen hielten nun besser dagegen,
konnten aber im gesamten ersten Durchgang kaum eine Torgelegenheit
herausspielen. Tuchel hatte jedenfalls recht behalten mit seiner
Prophezeiung für die Begegnung: „Es wird sehr intensiv, das verlangt
viel Laufarbeit.“
Mit enormem Tempo starteten die Hoffenheimer auch in die zweiten
45 Minuten und wurden schnell belohnt: Mit einem satten Volleyschuss
von der Strafraumgrenze traf Mittelfeldspieler Polanski ins Netz.
Kurz darauf machte es der Brasilianer Firmino mit viel Gefühl und
düpierte Karius beim 2:0. Nach zuvor drei furiosen Heimspielen mit
dem 3:0 gegen den HSV, dem 4:1 gegen den VfB Stuttgart und dem 6:2
gegen den VfL Wolfsburg zogen die Gastgeber bei diesem Spektakel den
Kürzeren. Im Hinspiel hatten sie wenigstens noch ein 2:2 retten
können.