1899: Mitglieder kippen 50+1-Regel

Die „50+1“-Regel beim Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim ist Geschichte: Die Mitgliederversammlung am Montag Abend in Sinsheim hat den Weg für Dietmar Hopp zum Chef der ausgegliederten Profi-Abteilung frei gemacht. Damit ist die „50+1“-Regel, die eine Stimmenmehrheit beim Mutterverein vorsieht, vom Tisch.
Grundlage der Entscheidung ist die Ausnahmegenehmigung, die die Deutsche Fußball Liga (DFL) dem Mäzen, der in den vergangenen Jahren über 350 Millionen Euro in den Klub investiert hat, im Dezember 2014 erteilte. Sie gilt ab dem 1. Juli. Auch der DFB, der einverstanden sein muß, gab grünes Licht. Die 384 anwesenden TSG-Mitglieder (von 6437) in der Sinsheimer Stadthalle ermächtigten den Vorstand einstimmig, die Satzung auf Wunsch Hopps zu ändern. Bislang hält der Verein laut „50+1″-Regel die Mehrheit in der GmbH, obwohl er nur vier Prozent  – 100.000 Euro – des Stammkapitals hält. Hopp dagegen ist mit 96 Prozent – 2,4 Millionen Euro – beteiligt. Ab Juli werden die Stimmrechte der prozentualen Beteiligung am Stammkapital entsprechen.
Damit wird Hopp mehr oder weniger zum Alleinherrscher bei den Profis. Was aber im Grunde nur eine Legalisierung des status quo darstellt – der 74jährige hat in wichtigen Fragen seit jeher das letzte Wort. Möglich wurde die DFL-Ausnahmeregelung durch das jahrelange finanzielle Engagement Hopps bei der TSG. Voraussetzung ist, dass “ ein Rechtsträger seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat“. (wg)