1899: Nico Schulz vor Länderspieldebut – Wieder kein öffentliches Training

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Mit einem beschwingten „Hallo“ erklomm Joachim Löw das Pressepodium in der Sinsheimer Fußball-Arena und formulierte dann seine Erwartungen an Teil II des Neubeginns nach dem WM-Desaster. Gegen Peru soll sich am Sonntagabend eine deutsche Nationalelf präsentieren, die den beim 0:0 gegen Weltmeister Frankreich in der Nations League eingeschlagenen Weg auch in einem Testspiel mit geringerer Drucksituation konsequent fortführt. „Gleiche Bereitschaft, gleicher Einsatz, gleiche Organisation, gleiche Disziplin, das sind die wichtigen Dinge“, zählte der Bundestrainer 28 Stunden vor dem Anpfiff auf. „Wir haben das Ziel, dass wir gewinnen“, sagte Löw am Samstag.

Nico Schulz spielt

Auch wenn Vieles gleich aussehen soll gegen den WM-Teilnehmer aus Südamerika – die DFB-Formation wird der Bundestrainer auf mindestens vier Positionen verändern. Lokalmatador Nico Schulz darf sein Länderspieldebüt geben. „Er war vom ersten Tag an im Training sehr präsent auf dem Platz“, lobte Löw den 25 Jahre alten Hoffenheimer Probanden. „Er spielt hier in seinem Wohnzimmer, das ist Motivation genug für ihn“, äußerte der Chefcoach über den laufstarken Schulz. Neben dem Linksverteidiger dürfte im Zentrum der Ex-Hoffenheimer Niklas Süle verteidigen, da dessen Münchner Vereinskollege Mats Hummels wegen Achillessehnenproblemen pausieren wird. Löw kündigte zudem an, dass der Leverkusener WM-Teilnehmer Julian Brandt neu ins Team rückt. Auch im Tor wird gewechselt: Marc-André ter Stegen kommt anstelle von Kapitän Manuel Neuer zum Zug. „Das war mit den Torhütern so abgesprochen“, berichtete der Bundestrainer. Löw kündigte zudem an, dass er das Kontingent von sechs möglichen Wechseln ausschöpfen möchte. Geplant ist, dass neben Schulz auch der Leverkusener Kai Havertz und Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain) ihr Debüt im A-Team feiern. Kehrer soll rechts hinten Matthias Ginter im Verlauf der 90 Minuten ablösen. Der Münchner Joshua Kimmich ist wie schon gegen Frankreich erneut als Sechser im Mittelfeld eingeplant. „Kimmich wird erstmal eine Lösung sein für die nahe Zukunft“, sagte Löw. Nicht zur Verfügung steht Flügelstürmer Leroy Sané (22), der am Freitag Vater einer Tochter geworden ist.

Auch in Sinsheim kein öffentliches Training

Dass in der Woche des Neustarts auch am Samstag in Sinsheim wieder keine Fans beim Training zuschauen durften, versuchte Löw nochmals zu rechtfertigen. Die Zeit vor dem Frankreich-Spiel sei zu kurz gewesen, zudem sollte es da keine Ablenkung geben. Und ein Abschlusstraining vor Publikum sei „nicht sinnvoll“. Er versprach aber, dass es vor den Länderspielen im Oktober und November in Berlin und Leipzig jeweils eine öffentliche Übungseinheit geben werde. Auch zur Kritik an der späten Anstoßzeit gegen Peru bezog Löw Stellung: „Wir würden uns mehr Länderspiele um 18.00 Uhr wünschen, dann könnten auch die Kinder im Stadion ihre Idole sehen.“ Er verwies aber auch auf TV-Verträge und fixe Anstoßzeiten, die wie in der Nations League die UEFA festlege. (dpa/wg)