1899: TSG-Fans mit Fäkalien attackiert

Von einem ekligen Zwischenfall unterbrochen wurde die Schiffsreise der Hoffenheimer Fußballfans am Sonntag zum Bundesligaspiel in Mainz. Kurz nachdem etwa 400 Anhänger der Kraichgauer gegen 10 Uhr in Mannheim mit der „River Dreams“ abgelegt hatten, warfen Unbekannte von der Rheinbrücke, die Mannheim und Ludwigshafen verbindet, eimerweise Fäkalien auf Schiff und Fans. Es handelte sich um rund zehn teilweise vermummte Personen in schwarzen, gelben und blauen T-Shirts, berichtet „Bild“ unter Berufung auf Beobachter. „So etwa 30 bis 40 Personen dürften was abbekommen haben, sagte Heiko Walkenhorst, Sprecher des Fan-Verbandes Hoffenheim und Vorsitzender des Akademiker-Fanclubs, am Sonntagabend gegenüber RNF.

Irgendeiner der Übeltäter ist dann entweder endgültig übergeschnappt oder sein Eimer rutschte aus der Hand. “Es tat einen Riesen-Schlag“, so Walkenhorst. „Da kam ein kompletter Eimer runter und schlug knapp neben einem Fan am Oberdeck auf.“ Er könne nur hoffen, dass das keine Absicht, sondern ein Versehen war, denn das sei lebensgefährlich gewesen. „So etwas muß mit der größtmöglichen Härte des Gesetzes bestraft werden“, fordert der Heidelberger. Er habe auf der Brücke zwei Leute wegrennen sehen, aber nichts erkennen können. Die Crew habe schnell alles gereinigt und die Polizei informiert. „Als wir dann Worms passierten, stand die Polizei mit Blaulicht schon auf der Brücke“, so der 52-jährige.

Die Organisatoren hatten aber Motto-T-Shirts bereitgestellt für die Fahrt – Kleider wechseln war also nicht das große Problem nach diesem „beschissenen“ Angriff. Nach gründlicher Reinigung kam die gute Laune nach etwa einer Stunde wieder zurück, so Walkenhorst: Geneckt wegen ihrer Duftmarke, die sie verbreite, habe eine Frau geantwortet: „Tja nun…Eau de toilette“.  Gastgeber FSV Mainz erwies sich darüber hinaus als hilfsbereit. Wer wollte, durfte vor Ort in der Balljungen-Kabine duschen. Ein Angebot, das gerne angenommen wurde. (wg / Foto: Akademiker-Fanclub e.V.)