1899: „Unglaubliches Gefühl, Geschichte zu schreiben“

Andrej Kramaric war sichtlich gerührt. Mit einer Mischung aus Verwunderung und Stolz kommentierte der
Hoffenheimer Matchwinner seinen historischen Viererpack zum überraschenden 4:0 (2:0)-Kantersieg bei Borussia Dortmund: „Ich hab vor dem Spiel davon geträumt. Es ist ein unglaubliches Gefühl, Geschichte zu schreiben.“ Im Fernduell mit dem VfL Wolfsburg um die direkte Qualifikation für die Europa League sorgte der kroatische WM-Zweite fast im Alleingang für ein Happy End seines Teams. Dank seiner Tore-Gala in der 8., 30., 48. und 50. Minute zogen die Kraichgauer im letzten Saisonspiel in der Tabelle noch an den „Wölfen“ vorbei und ersparten sich als Sechster die ungeliebten Qualifikationsspiele im September. Die famose Vorstellung des lange Zeit verletzten Kramaric versetzte Sportdirektor Alexander Rosen ins Schwärmen: „Die TSG mit Kramaric ist eine andere Mannschaft als ohne Kramaric. Er hat nicht nur diese Scorer-Qualität, sondern arbeitet auch sehr viel. Wir sind froh, dass er uns zum Saisonabschluss wieder zur Verfügung stand.“

Im Stil eines eiskalten Vollstreckers sicherte sich der 29 Jahre alte Offensivspieler einen Eintrag in die Vereinschronik. Nie zuvor waren einem Hoffenheimer Profi vier Treffer in einem Bundesligaspiel gelungen. Den mit dem ersten Viererpack im Fußball-Oberhauses seit Frankfurts Luka Jovic im Oktober 2018 gesicherten Abschlusserfolg wertete Rosen als gerechten Lohn. Die überraschende und späte Trennung von Trainer Alfred Schreuder am 9. Juni erwies sich am Ende als richtig. „Das war ein grandioser Abschluss einer komplizierten Saison. Und das war nach einem solchen Umbruch im Sommer nicht unbedingt zu erwarten“, befand der Sportdirektor. Leidtragender dieses überraschenden Hoffenheimer Erfolgs war der VfL Wolfsburg, der zeitgleich mit 0:4 gegen Bayern München verlor und nun bis zum Jahresende mehrere stressige Monate vor sich hat. (dpa/wg)