Abschied vom analogen Kabel-TV: Betreiber will Verbraucher beraten

Wer im Kabel-TV noch analog schauen will, schaut ab Juni nur noch in die Röhre. Zumindest in Hessen, Baden-Württemberg und NRW. Die digitale Umstellung trifft vor allem die ältere Generation.
– Mit einer breiten Informationskampagne will Unitymedia in den kommenden Wochen das Ende fürs analoge Kabel-TV in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen begleiten. In den drei Bundesländern wird im Monat Juni in mehreren Wellen komplett auf das digitale Signal umgestellt, wie der Kabelnetzbetreiber in Frankfurt ankündigte. Den Anfang macht am 1. Juni das südliche Baden-Württemberg.
Betroffen sind in den drei Bundesländern mehrere hunderttausend Haushalte. Unitymedia schätzt, dass in den drei Bundesländern derzeit rund 90 Prozent seiner fast 13 Millionen Kunden bereits digital sehen. Bis Juni sollen es um die 95 Prozent der Haushalte sein.
Probleme bei der Umstellung sieht Unitymedia zum Beispiel in Altersheimen. „Faktisch ist es die ältere Generation, die heute noch analog guckt“, sagte Christian Hindennach von Unitymedia. Er rief Angehörige auf, ältere Menschen bei der Umstellung zu unterstützen. Der Wechsel soll eine bessere Bildqualität und mehr Kanäle bringen. Bei der Umstellung will der Netzbetreiber zusammen mit dem Handel Konsumenten verbilligte Angebote für neue TV-Geräte machen. Mit einer
rund 40 Euro teuren Set-Top-Box könnten aber auch analoge Röhrengeräte digital aufgerüstet werden. Mit dem Aus fürs analoge Kabel-TV gilt Unitymedia in den drei Bundesländern als Vorreiter. Unterstützt wird die Umstellung auch von
den Landesmedienanstalten. Angesichts der Vielfalt von neuen privaten und auch öffentlich-rechtlichen Kanälen biete das analoge Kabel keine Chancengleichmehrheit mehr, sagte in Frankfurt Joachim Becker, Chef der hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. dpa/feh