AKW Biblis: Abbau im Zeitplan

Der Abbau des stillgelegten Atomkraftwerks Biblis in Südhessen liegt im Zeitplan. Der Betreiber RWE rechnet damit, bald die erste Genehmigung des hessischen Umweltministeriums zu erhalten.
„Bis Ende des Jahres dürften wir sie in den Händen haben“, sagte Kraftwerks-Leiter Horst Kemmeter in Biblis. Das Ministerium teilte mit, der Ablauf könne wie geplant eingehalten werden. Die beiden Reaktoren waren 2011 nach der Atomkatastrophe von Fukushima stillgelegt worden. Für den Abbau werden 15 Jahre veranschlagt. Die Arbeiten könnten 2017 beginnen.
Die abgebrannten Brennelemente kommen in Castor-Behälter, die auf dem Gelände des Kraftwerkes in einem bis 2046 genehmigten Zwischenlager untergebracht werden. Nach einem bundesweiten Endlager wird gesucht.
In dem Standortzwischenlager ist Platz für 135 Castoren. Im Dezember 2015 startete das Vorhaben, Behälter mit abgebrannten Brennelementen aus Block A zu beladen. 51 Castoren mit früherem Material gab es bereits, bisher kamen 14 neue hinzu. Wenn dann Block B 2018 brennstofffrei ist, wären es nach Angaben eines RWE-Sprechers
insgesamt 103 Behälter. Der Platz dürfte nicht ganz gebraucht werden.
Auch die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle bleiben erst einmal auf dem Kraftwerksgelände. Für eine Endlagerung ist der Schacht Konrad in Salzgitter geplant. Dieser dürfte nach Einschätzung von Kemmeter „frühestens Ende 2022 zur Verfügung stehen“. dpa/feh