In einer Zeit, in der viele Selbstverständlichkeiten brüchig wirken, wächst der Ruf nach einer Mehrheit, die sichtbar Position bezieht. Über 300 Rotarierinnen und Rotarier aus dem gesamten Distrikt 1860 – einem Gebiet von Boppard bis Bad Bergzabern, von Mosbach bis Saarlouis – folgten diesem Ruf und kamen auf dem Hambacher Schloss zusammen. Ihr Anliegen: über Freiheit, Verantwortung und Demokratie diskutieren und Wege finden, alle drei dauerhaft zu sichern.
Die Halbjahreskonferenz, die am Internationalen Tag der Toleranz stattfand, entwickelte sich zu einem ungewöhnlich emotionalen Ereignis. Standing Ovations gehören bei Rotary eigentlich nicht zum Ritual. Dieses Mal aber wirkten sie wie ein Ventil – Ausdruck von Aufbruch und Begeisterung. Der Veranstaltungsort, die historische „Wiege der deutschen Demokratie“, verlieh dem Treffen zusätzliche Symbolkraft.
Im Zentrum der Konferenz stand die Frage, wie demokratische Werte praktisch vermittelt und gestärkt werden können. In einem Barcamp entwickelten die Teilnehmenden konkrete Ideen, um demokratische Bildung, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliches Engagement sichtbarer zu machen. Alle Impulse wurden in einem umfangreichen Graphic Recording dokumentiert.
Für die Organisatoren war der Tag ein Erfolg: Die große Beteiligung zeigte, wie wichtig das Thema den Mitgliedern ist – und dass sie die Debatte in ihre Clubs und Projekte weitertragen wollen. Rotary versteht sich traditionell als überparteiliche, aber werteorientierte Gemeinschaft. Dass sie sich nun klar zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennt, wertete Innenminister Ebling als „wichtiges Signal, das wir noch öfter brauchen“.
Vom Hambacher Schloss, dem historischen Ort des demokratischen Aufbruchs, ging damit erneut ein deutlicher Impuls aus – ein Zeichen aus der Mitte der Gesellschaft für eine demokratische Zukunft.