Amphetamin-Werte durch Erkältungsmittel? : Neustadter Gericht glaubt das nicht

Ein Pfälzer Autofahrer mit Amphetamin im Urin ist seinen Führerschein los – seine Erklärungsversuche überzeugten die Behörden nicht. Wie das Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße am Freitag mitteilte, hatte der Mann
erklärt, das Aufputschmittel könne von Medikamenten oder Appetitzüglern mit amphetaminähnliche Wirkstoffen herrühren. Die Richter teilten diese Ansicht aber nicht. Zwar könnten Ephedrine oder Pseudoephedrine in bestimmten Erkältungsmitteln nach wissenschaftlichen Erkenntnissen unter Laborbedingungen für Metamphetaminwerte im Urin sorgen, die Bildung
von Amphetamin sei aber nicht möglich, teilte das Gericht mit. Und ein vom Kläger genanntes Präparat sei nach den Recherchen des Gerichts kein frei verkäuflicher Appetitzügler, sondern eine Arznei, die schon lange als Rausch- und Partydroge missbraucht werde. Die Richter bestätigten deshalb die Entscheidung der Führerscheinstelle, den „Lappen“ zu kassieren.
Der Mann war ins Fadenkreuz der Ermittler geraten, als diese einem mutmaßlichen Drogenhändler auf der Spur waren. Als bei dem Mann innerhalb kurzer Zeit zweimal Amphetamin im Urin entdeckt wurde, handelte die Führerscheinbehörde. Am Drogenhandel war er nicht beteiligt. dpa/feh