Baden-Württemberg: Höhere Eintrittspreise in Zoos, auch in Heidelberg

Stuttgart/Heidelberg (dpa/lsw) – Wer in Baden-Württemberg wilde Tiere sehen möchte, muss mancherorts bald tiefer in die Tasche greifen. In Stuttgart und Heidelberg erhöhen die Zoos zum Start der Hauptsaison die Preise. Auch in Ulm wird über eine Erhöhung nachgedacht, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Zoos und Tiergärten ergab. Der Zoo in Karlsruhe sieht von einer Erhöhung ab, denn dort müssen Besucher schon seit einem Jahr mehr für den Besuch zahlen. Gänzlich kostenlos ist dafür Mundenhof in Freiburg.

Zwei Euro mehr müssen Besucher des größten Zoos in Baden-Württemberg zu Beginn der Hauptsaison (1. März) auf den Tisch legen. Denn die Wilhelma in STUTTGART erhöht den Erwachsenenpreis auf 16 Euro, Kinder zahlen mit 8 Euro einen Euro mehr, unter 6 Jahren dürfen sie kostenlos in den Zoo. «Die letzte Erhöhung war 2013, davor 2009. Sie war jetzt notwendig, weil bestimmte Bereiche wie Energie und Lohnkosten einfach deutlich teurer geworden sind», sagt ein Sprecher der Wilhelma. Die nächste Erhöhung werde es frühestens in zwei Jahren geben. «Wir erwirtschaften momentan 70 Prozent von 21,3 Millionen», sagt er. Der Rest werde vom Land bezuschusst. Geld für Investitionen des Zoos mit allein 1500 Tierarten gibt es auch vom Förderverein und durch Tierpatenschaften, die rund 100 000 Euro im Jahr bringen.

Auch der Zoo in HEIDELBERG ist ein Zuschussgeschäft für die Stadt. Mit einer Preiserhöhung will der Zoo den Eigenfinanzierungsanteil steigern: «In der Hauptsaison, von März bis Oktober, erhöhen wir den Preis für Erwachsene um 1 Euro», sagt eine Sprecherin. Das heißt, Erwachsene zahlen künftig 10 Euro, Kinder zahlen statt 4,50 Euro nun 5 Euro. In der Nebensaison kostet es weniger. «Es gibt auch immer mehr Tierpatenschaften, vor allem bei den kleineren Tieren haben viele Privatpersonen eine übernommen», hieß es. Der Heidelberger Zoo beherbergt auf einer Fläche von rund 10 Hektar 178 Tierarten und 1347 Tiere.

Zum runden Geburtstag – der zoologische Stadtgarten in KARLSRUHE wird 150 Jahre alt – will man von einer Preiserhöhung absehen. Die gab es schon im vergangenen Jahr: Dort zahlen Erwachsene 1 Euro mehr und damit 7,50 Euro. Für Kinder ist der Preis mit 3,50 Euro gleich geblieben. Trotzdem decken die Einnahmen nicht die Betriebskosten des Zoos, in dem 800 Tiere von 130 verschiedenen Arten zu sehen sind: «Investitionen sind natürlich trotzdem notwendig, um als Zoo attraktiv zu sein. Das wird aus dem städtischen Haushalt finanziert und oft vom Förderverein des Zoos bezuschusst», sagte die Sprecherin der Stadt Karlsruhe. Geld, das aus den immer beliebter werdenden Tierpatenschaften komme, gehe direkt zu den Tieren.

Auch im Tiergarten in ULM wird langfristig über eine Preiserhöhung nachgedacht. «Wir wollen dem Zoo ein neues Layout geben und neue Attraktionen schaffen. Wenn das passiert, kommen wir um Preiserhöhungen gar nicht mehr herum», sagt die Tiergartenleiterin. Dann aber könnten die Besucher die Veränderung auch sehen und die Preiserhöhung verstehen. Die jüngste wirkliche Preiserhöhung habe es 2006 gegeben. Momentan müssten Erwachsene 5 Euro für einen Zoo-Besuch hinlegen, Kinder 3 Euro. «Bei einem Zoo geht es auch um den sozialen Aspekt. Und das soll natürlich möglichst vielen ermöglicht werden», sagt sie. Auch der Tiergarten in Ulm wird von der Stadt getragen. Selbst kann er nur 30 Prozent seiner Kosten decken.

Einen Gegenentwurf zu den anderen Zoos und Tiergärten gibt es in FREIBURG. Denn dort zahlen Besucher gar nichts. «Wir werden zu einhundert Prozent städtisch getragen», sagt die Leiterin. So habe jeder die Möglichkeit, die Tiere anzusehen. Nur wer mit dem Auto zum Mundenhof kommt, muss 5 Euro Parkgebühren bezahlen. Mit 38 Hektar und rund 300 Tieren sei der Mundenhof zwar kein klassischer Zoo, trotzdem könnten Besucher Nutztiere aus aller Welt sowie Affen, Erdmännchen und einen Braunbären beobachten.