Region: Länge der Staus während Pandemie 2020 um die Hälfte gesunken

Während der Corona-Pandemie hat es 2020 deutlich weniger Staus im Südwesten gegeben. So ist die Länge der Staus im vergangenen Jahr um rund die Hälfte zurückgegangen, wie aus der Staubilanz des Verkehrsclubs ADAC für den Südwesten hervorgeht. Der ADAC zählte im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg Staus mit einer Länge von rund 92 000 Kilometern, nach rund 191 000 Kilometern im Jahr 2019. Auch die Dauer der Staus habe sich um mehr als die Hälfte auf rund 33 700 Stunden verkürzt.

Anteil an diesem Rückgang hat demnach maßgeblich die geringere Zahl an Autos auf den Straßen im Südwesten. Nach einer Schätzung der Bundesanstalt für Straßenwesen seien 2020 rund zwölf Prozent weniger Autos unterwegs gewesen. Besonders leer waren die Straßen demnach im Frühjahr, hier verzeichnete der ADAC einen Rückgang der Staus um mehr als 90 Prozent. «Zeitweise konnte man auf den Autobahnen völlig leer gefegte Abschnitte beobachten», teilte Holger Bach vom ADAC Württemberg mit.

Für etwas mehr Staus als noch 2019 sorgten dann aber die Sommerferien. In dieser Zeit bildeten sich etwa fünf Prozent mehr Wagenreihen auf den Straßen als noch im Vorjahr. Gegen Ende des Jahres und mit dem erneuten Lockdown leerten sich die Straßen wieder und die Staulänge sank in der Zeit vom 2. November bis zum Jahresende um rund 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch war der 1. Dezember 2020 laut ADAC mit 765 Kilometern Stau der staureichste Tag des Jahres, da der Wintereinbruch für zahlreiche Unfälle und verstopfte Straßen gesorgt hatte.

Die staureichste Strecke im Land war 2020 der Abschnitt Heidelberg-Karlsruhe der Autobahn 5 mit 275 Kilometern Stau pro Autobahnkilometer. Dahinter folgen die Abschnitte Heilbronn-Mannheim der Autobahn 6 und die Strecke Stuttgart-Karlsruhe der Autobahn 8.

 

Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr auch die Zahl der Staus auf den rheinland-pfälzischen Straßen deutlich sinken lassen. So wurden insgesamt 16 900 Staumeldungen registriert, das entspricht einem Rückgang von 18 Prozent, wie der ADAC Mittelrhein am Donnerstag in Koblenz mitteilte. Zusätzlich ging die in Kilometer gemessene Staulänge demnach um 46 Prozent zurück, und auch die Staudauer verkürzte sich um 46 Prozent. Wegen der Corona-bedingten Kontakt- und auch Reisebeschränkungen waren im vergangenen Jahr deutlich weniger Fahrzeuge unterwegs gewesen.

Laut den Angaben standen die Autofahrer in Rheinland-Pfalz insgesamt 8588 Stunden in Staus, die sich auf 21 063 Kilometer summierten. Besonders betroffen sei die A 61 gewesen, die von der niederländischen Grenze kommend über Koblenz, Bingen, Worms, Ludwigshafen nach Hockenheim verläuft. Dort wurden 4539 Staus gemeldet.

Einen klaren Rückgang gab es auf der A 6 zwischen der Landesgrenze zum Saarland und dem Rhein bei Ludwigshafen. Dort gab es dem ADAC zufolge 1462 Staus, ein Jahr zuvor waren es mit 2911 etwa doppelt so viele. (dpa/asc)