Baden-Württemberg: Pflegeheimbewohner im Südwesten zahlen immer höheren Eigenanteil

Um seinen Platz in einem baden-württembergischen Pflegeheim zu finanzieren, muss ein Patient immer tiefer in die Tasche greifen. Der Eigenanteil betrug im Schnitt zum Jahresbeginn 2405 Euro pro Monat, wie aus Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Sitz in Berlin hervorgeht. Damit lag er 51 Euro über dem Wert vom Juli vergangenen Jahres. Nach wie vor ist der Anteil im Südwesten im Ländervergleich am zweithöchsten nach Nordrhein-Westfalen (2460 Euro). Mit 1465 Euro zahlen Pflegebedürftige in Sachsen-Anhalt demnach am wenigsten, der bundesweite Durchschnitt beträgt 2068 Euro.
In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten, das sind den Angaben zufolge vor allem Kosten für das Personal. Denn die Pflegeversicherung trägt – anders als die Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen daneben aber noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Auffällig ist, dass der Eigenanteil allein für die reine Pflege in Baden-Württemberg mit im Schnitt 1121 Euro am höchsten ist. Nur in Berlin liegt er mit 1034 Euro auch im vierstelligen Bereich – und bundesweit bei 831 Euro.
Der ehrenamtliche Verbandsvorsitzende Uwe Klemens erklärte: «Wenn bei den Eigenanteilen nichts geschieht, dann werden immer mehr Menschen auf Leistungen der Sozialhilfe angewiesen sein. Bereits heute betrifft das rund zehn Prozent aller Pflegebedürftigen.» Die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgesehene Deckelung in Höhe von 700 Euro für längstens 36 Monate gehe in die richtige Richtung. (dpa/kwi)