Baden-Württemberg / Rheinland-Pfalz: Rechtmäßiger Einsatz von Drohnen im Weinbau soll diskutiert werden

Vor dem Treffen der EU-Agrarminister in Koblenz macht die FDP Druck bei der Zulassung moderner Hilfen im Weinbau. «Die Bundeslandwirtschaftsministerin muss dringend die richtigen Weichen stellen und für Rechtssicherheit beim Einsatz von Drohnen im Weinberg, besonders in den Steillagen, sorgen», sagte die weinbaupolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Carina Konrad, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Denn es sei «effizienter, präziser und umweltschonender», Pflanzenschutzmittel mit Drohnen als mit Hubschraubern auszubringen. Das Pflanzenschutzgesetz erlaube zwar Ausnahmen für die Ausbringung mit Luftfahrzeugen, etwa für den Weinanbau an Steilhängen. «Abgesehen von einer Spritzung mit Hubschraubern gibt es bisher jedoch keine standardmäßig zugelassenen Geräte für diesen Zweck», betonte Konrad. In Frankreich hingegen sei von 2021 an ein umfangreicher Praxistest für den Drohneneinsatz an Hängen mit einer Neigung von mehr als 30 Prozent geplant. Zudem gäben die europäischen Regelungen rein rechtlich Spielraum für den standardmäßigen Einsatz von Drohnen zum Pflanzenschutz her. Dieser Spielraum müsse nun genutzt werden. Die EU-Agrarminister kommen vom (heutigen) Sonntag bis Dienstag zu einer informellen Tagung in Koblenz zusammen. Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dazu eingeladen. Die CDU-Politikerin will bis zum Herbst ein Konzept für die Reform der Agrarpolitik auf die Beine stellen. Bei dem Treffen will Klöckner ihren Kollegen an diesem Montag den Steillagen-Weinbau an der Mosel zeigen. Bei dem Ausflug in die Weinberge bei Winningen geht es um digitale Technik der Winzer von der Drohne bis zum Steillagen-Vollernter sowie um Transportbahnen und pilzresistente Rebsorten. Winzer versprechen sich vom Drohneneinsatz erhebliche Vorteile beim Pflanzenschutz in den Steillagen der Weinanbaugebiete, etwa an der Mosel oder am Neckar. Sie erwarten etwa, dass mit den ferngesteuerten Fluggeräten Pilzbefall im Weinberg frühzeitig und zielgenau erkannt werden kann. Zudem könne die Menge eines Pflanzenschutzmittels verringert werden. Vor allem in Baden-Württemberg (7000 Hektar) und Rheinland-Pfalz (5200 Hektar) gibt es viele Weinanbaugebiete mit Steillagen. (dpa/kwi)