Baden-Württemberg: Rotes Kreuz will Lehrer für Corona-Selbsttests in Klassen schulen

Lehrkräfte sollten nach Ansicht des Deutschen Roten Kreuzes geschult werden, um ihre Schüler und Schülerinnen bei regelmäßigen Corona-Selbsttests anleiten zu können. «Wir planen gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen, Ärzten, Apotheken und den zuständigen Ministerien ein großes Projekt», kündigte DRK-Landesgeschäftsführer Marc Groß in den «Stuttgarter Nachrichten» (Donnerstag) an. «Die Handhabung der Tests ist nicht mehr so schwierig, das kann man hinbekommen», sagte er.

Ziel der Fortbildung ab April sei die Hilfe zur Selbsthilfe. «Wir wollen versuchen, Lehrer im betreuten Testen auszubilden. Deshalb sollen sich Schüler in ihrem direkten Klassenumfeld mindestens einmal pro Woche selbst testen können – unter Aufsicht des Lehrers», sagte Groß. «Dann weiß man, dass die Tests auch gemacht werden.» Geplant seien die Unterstützung vor Ort und Online-Schulungen. «Dabei wird es auch darum gehen, wie man Ängste und Vorurteile bei den Kindern abbaut. Wir wollen zudem den Lehrern psychischen Druck nehmen», sagte Groß. Außerdem gehe es darum, Unsicherheiten zu vermeiden, etwa bei der Frage, was im Falle von positiven Ergebnissen passieren muss.

Sorgen um fehlende Testsets macht sich der DRK-Geschäftsführer nicht: «Es gibt auf jeden Fall genügend Tests, um loszulegen.» Das Thema müsse aber größer ausgerollt werden, denn so viele Teststationen könne man nicht aufbauen. «Nur wenn alle Testmöglichkeiten ineinandergreifen, kann diese Strategie erfolgreich sein.»

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht die Aktion eher distanziert: Es gebe zwar Kritik aus Kitas und Schulen daran, dass die Landesregierung Öffnungen anordne, ohne eine verlässliche Teststrategie mit mindestens zwei Tests pro Woche zu garantieren. Es könne aber nicht Aufgabe der Schulleitungen und Lehrkräfte sein, das zu organisieren, sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein am Donnerstag in Freiburg.

Schnelltests-Schulungen seien auf freiwilliger Basis möglich. Es gebe auch bereits Beispiele aus Schulen, an denen diese Konzepte funktionierten. Allerdings weist die GEW auf die rechtliche Situation hin: «Eine Lehrerin geht schon ein rechtliches Risiko ein, wenn sie bei einem Schüler eine Wunde mit einem Pflaster versorgt. Deshalb brauchen wir vor allem bei jüngeren Kindern Test-Teams, die in die Kitas und Schulen kommen», sagte Stein. (dpa/lsw/asc)