„Barbarenschatz“-Finder: Prozess in Frankenthal neu aufgerollt

Vor dem Landgericht Frankenthal hat am Montag die Neuauflage des Prozesses gegen den Finder des sogenannten
Barbarenschatzes begonnen. Der 24-Jährige wehrt sich gegen ein Urteil des Amtsgerichts Speyer, das ihm 2015 wegen Unterschlagung 15 Monate Haft auf Bewährung aufgebrummt hatte. Der Mann habe die Gold- und Silberstücke aus dem fünften Jahrhundert zwar nach mehreren Monaten herausgerückt – aber nur aus Angst vor Ermittlungen, urteilte das
Gericht damals. Der 24-Jährige hatte dagegen beteuert, er habe nie etwas von dem Fund behalten wollen, den er bei einer illegalen Suche entdeckt hatte. Der aus mehr als 100 Teilen bestehende Fund hatte weit über Fachkreise hinaus für Aufsehen gesorgt. Dazu gehören ein großer Silberteller, eine Silberschale und zahlreiche goldene Gewandapplikationen. Außerdem Reste eines versilberten und vergoldeten Klappstuhls. Er hat es den Archäologen besonders angetan, denn davon gibt es nur dieses Exemplar. Der Speyerer Archäologe Ulrich Himmelmann hält den Fund aus wissenschaftlicher Sicht für unbezahlbar. Die Staatsanwaltschaft hat den materiellen Wert in der Anklage mit 425 000 bis 575 000 Euro angegeben. Sehen Sie dazu einen ausführlichen Bericht in RNF Life. dpa/feh