Biblis: BUND warnt vor erheblichen Gefahren beim KKW-Abbau

Der BUND Hessen sieht „ein erhebliches Gefahrenpotenzial“ beim Abriss des Atomkraftwerks in Biblis. Die fast 1000 Brennelemente würden in offenen Nasslagerbecken gelagert, die ständig gekühlt werden müssten. „Fällt die Kühlung eines Nasslagerbeckens aus, kann auch jetzt noch ein Störfall mit immensen Auswirkungen und radioaktiver Verseuchung des ganzen Rhein-Main-Neckar-Raums erfolgen“, sagte Werner Neumann, Sprecher des BUND-Bundesarbeitskreises Energie, beim Erörterungstermin am Dienstag in Biblis.
Ein weiteres Problem sieht der BUND in der Wiederverwertung von Materialien nach dem geplanten Abbau der Reaktorblöcke. Dabei könnten
tausende Tonnen radioaktiv belasteten Materials in die Umwelt gelangen. „Riesige Mengen von Radioaktivität mit einer Aktivität von  Hunderten Billionen Becquerel werden dann auf Alltagsgegenstände verteilt, kommen aus der Abluft von Müllverbrennungsanlagen oder werden in Gebäude, Straßen und Sportplätze als Recyclingmaterial eingebaut, und niemand weiß wo.“ Die Grenzwerte für die Freigabe dieses belasteten Materials seien viel zu hoch angesetzt.
Der BUND hat eine von rund 50 Einwendungen gegen die RWE-Pläne zum Rückbau des Atomkraftwerks verfasst. Die Unterlagen des Betreibers
hält der Physiker Neumann für „völlig unzureichend“.(dpa/lhe)