Biblis gegen Castor-Zwischenlager

Hessens Bereitschaft, Castor-Behälter mit Atommüll in Biblis zwischenzulagern, stößt dort auf Kritik. Dies bedeute „für die Umsetzung unseres Standortentwicklungskonzeptes ein gravierendes Hindernis“, sagte die Bürgermeisterin von Biblis, Hildegard Cornelius-Gaus (parteilos), in einer Mitteilung. Die südhessische Gemeinde will sich nach dem Aus für das Atomkraftwerk neue Steuerquellen und Arbeitsplätze erschließen. „Wird das Zwischenlager Biblis zum Endlager?“, fragte Cornelius-Gaus. „Der Imageschaden ist enorm.“

Ab 2015 werden in Deutschland 26 Castoren aus dem Ausland zurückerwartet. Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg sind zur Aufnahme bereit, wenn mindestens ein weiteres Bundesland mitmacht. Hessen hatte sich unter der CDU/FDP-Landesregierung geweigert. Im Koalitionsvertrag des neuen schwarz-grünen Bündnisses wurde diese Frage jedoch vorsichtig bejaht. (dpa/lsw)