BLOG: Bye Bye Mannheim – doch die Erinnerungen bleiben…

07.11.2014
Im September 2008 trafen sich die Oberbürgermeister von Mannheim und Heidelberg beim Rhein-Neckar Fernsehen. Thema unserer Sendereihe ‚Zur Sache‘ war „Was wird aus den Kasernen, wenn die GI’s die Koffer packen?“ Es wird schnell klar, einen griffigen Plan B für den Fall eines Abzugs hat niemand in der Tasche. Und da Freitag „Zur Sache“-Tag ist, stellen wir die Sendung von 2008 noch mal exklusiv online.
05.11.2014
Ein Frisörsalon ist im Prinzip ein Laden, darin ein paar Stühle, so zumindest die gängige Vorstellung. Kann sein, muss aber nicht sein, wie wir gestern in einem Interview erfahren habe. Man kann den Salon bei Bedarf auch in einem Zelt einrichten. Volker Kohlmeier hat lange Jahre mehrere ‚barber shops‘ auf dem Gelände der US-Armee in Mannheim und Heidelberg betrieben. Vom General bis zum Häftling im Militärgefängnis, immer sorgte er für den korrekten Haarschnitt. Und wenn es sein musste, dann eben auch in einem Zelt irgendwo draußen auf einem Übungsgelände. Die Highlights aus diesem Interview sehen Sie unserer Dokumentation Bye bye Mannheim.
Erstausstrahlung am 24.12.14 um 21 Uhr 30.
Einen kleinen Auszug aus unserem Interview-Material der vergangenen Monaten sehen Sie hier. Es spricht: Christine Müller, die Präsidentin des Deutsch-Amerikanischen Frauenarbeitskreises Mannheim.

03.11.2014

Der Abzug der Truppen aus Mannheim war bereits im Jahr 2005 ein Thema. Es war nicht, wie einige insgeheim hofften, nur die Verlegung einiger Einheiten von Mannheim nach Kaiserslautern, schon damals plante General Bell die Truppenstärke in Mannheim auf NULL zu reduzieren. Unser damaliger Chefredakteur Sascha Spataru folgerte zum Ende des Beitrags der Abzug werde kommen. Die aktuelle Entwicklung hat ihn bestätigt.

 

31.10.2014

Aufmerksame Beobachter werden festgestellt haben, dass sich hier eine ganze Weile nichts getan hat. Wir mussten das Projekt aus verschiedenen Gründen zeitlich etwas verschieben. Doch hinter den Kulissen hat sich in den letzten Wochen so einiges bewegt. Wir haben zunächst mal unser hauseigenes Archiv durchforstet. Durch die Zeiten hinweg findet man da so einiges. Den Pfennigbasar ebenso, wie ein deutsch-amerikanisches Golf-Benefizturnier oder den Abzug der 3. US-Panzerbrigade aus Mannheim im Jahr 1994.
Wir werden einige dieser Videos in den nächsten Wochen hochladen und sie somit der Öffentlichkeit zugänglich machen. Beginnen wir doch einfach mal mit einem sehr tiefen Griff ins Archiv, nämlich dem gerade genannten Beitrag Truppenabzug B.F. Village, ausgestrahlt im April 1994.

21.02.2014

Die Mannheimer wissen es fast alle – seit 33 Jahren ist Ende Februar der Pfennigbasar. Unser erstes Video hier an dieser Stelle ist vom Pfennigbasar 2003. Wir waren jetzt 2014 noch einmal dort.

13.02.2014

Es ist nicht ganz so, wie in dem Film „Good Morning Vietnam“, denn Robin Williams sendete nicht aus Mannheim und Mannheim ist eben auch nicht Saigon. Dennoch hatten die Kasernen eine eigene AFN Radio-Station. Die Eröffnung 2004 haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

(08.11.2004)

 

06.02.2014

Es war 1999 – da hatte der Zirkus Flic-Flac ein großes Problem. Er hatte sein Lager auf der Neckarwiese in Mannheim aufgeschlagen und dann kam das Hochwasser. Ohne die Hilfe der Amerikaner wären die Zirkusleute nicht aus ihrer misslichen Lage herausgekommen.

17.01.2014

Eine amerikanische Soldatenfrau hat sich in den 1950er Jahren intensiv um das Wohl von sogenannten „Besatzungskindern“ gekümmert – also Kindern, die eine weiße deutsche Mutter und einen schwarzen amerikanischen Soldaten als Vater haben. Hunderte von Adoptionen hat sie vermittelt.
Nun beleuchtete ein Vortrag im Stadtarchiv Mannheim das Leben der Frau. Einer ihrer Adoptivsöhne sprach mit uns über seine Mutter und sein Leben.

15.01.2014

Heute vor 11 Jahren haben wir über den damals drohenden Irak-Krieg berichtet. Die US-Army verlegte die ersten Truppen und verschiffte am Rheinauhafen Fahrzeuge und Geräte nach Rotterdam um sie dann in den Nahen Osten zu bringen. Hier der Beitrag vom 15.01.2003:

07.01.2014

Die ersten Reaktionen von Zuschauern sind bereits bei uns eingegangen. Wie diese Geschichte von Uschi Schmidt. Der Text entstand bereits 2011, also nicht speziell für unser Projekt. Aber er zeigt genau die Art von Erinnerungen, die wir suchen.

Bye Bye Jonny, Billy, Tom and Mike

 Eigentlich haben sie mich mein ganzes Leben lang begleitet, die Amis, wie wir Heidelberger sie nannten.

 

Ich bin ein 47er Jahrgang und viele in meinem Alter, werden sich an unsere Amis erinnern.

 

Wenn ich mit meiner Mutter vom Garten nach Hause ging, durfte ich auf den Ami-Spielplatz mit ihr, der war so zwischen Auto-Joncker und Amerikanischem Hauptquartier, das war das Größte. Immer wieder erzählte sie mir, wenn wir durch die Römerstrasse liefen: „Wenn die Amis nach Hause gehen, dann werden hier viele Wohnungen frei, vielleicht kriegen wir dann auch eine“. Das war so 1953.

Die erste Bekanntschaft mit den Amis machte ich mit 10 Jahren, am Zaun der Patton-Barracks, wo wir entlang rannten und „ hello“ und „icecream“ riefen. Ein freundlicher GI warf uns dann ein paar Päckchen Eis über den Zaun und wenn wir Glück hatten noch Schokolade und chewing-gum.

Begeistert und happy zogen wir mit einem Augenzwinkern ab und genossen unsere Schätze.

Später lernten wir Amis in der Heidelberger Altstadt kennen, im Babalu, im Kettenkalb und in der Palette, das waren Heidelberger Tanzbars, denn die Discos gab es noch nicht. Viele hatten einen Ami als Freund und wir zogen alle in die amerikanischen Tanzclubs, wo wir uns einschreiben lassen mussten und dann die ganze Nacht dancing machten, mit guten amerikanischen Bands. Wir tranken Whisky-Coke und aßen hamburgers mit viiiel Cetchup und öfters mal ein steak, das war super.

Mein erster Schwager war auch ein Ami, hieß Charles und war in Korea, und wir durften Urlaub in Augsburg in einer amerikanischen Kaserne machen. Wir lernten Cornflakes und Erdnussbutter kennen und puzzelten wie die Irren. Auch machten die im Sommer ihre Heizungen nicht aus, es war uns immer sehr warm.

Es waren Partys modern, und eine große Flasche Whisky und 1 Stange Zigaretten von den Amis waren natürlich auch dabei. Eine amerikanische Winston zu qualmen, war ein highlight.

Viele meiner Freundinnen gingen mit ihren GI´s nach Amerika und wurden dort glücklich.

Es gab auch einige GI´s , die ihre Zigaretten und ihren Whisky verhöckerten, das war dann weniger gut für die Jungs, egal, alles amerikanische war modern.

Auch luden wir zwei GI`s zu einem deutschen Weihnachtsfest ein. Da sie beide, sie waren Farbige, in einem Gospel-Chor sangen, hatten wir einen tollen Heilig-Abend.

Meine beste Freundin Christl wanderte auch aus, nach Missouri, wir haben sie schon drei Mal besucht, und bald besucht sie ihre Heimat wieder.

 Meine Schwiegermutter hat nach dem Krieg in amerikanischen Haushalten geputzt und so lernte mein Mann besser als andere english., und kann es heute noch sehr gut brauchen. Auch zwei Cousinen meines Mannes heirateten amerikanische GI´s und zogen nach Pennsylvania und Texas. Auch waren wir happy, wenn wir mal mit einem ihrer grossen Straßenkreuzer fahren durften.

 Als wir in ein Eppelheimer Reihenhaus zogen, waren unsere Nachbarn natürlich auch Amis. Bertie und Hal waren gute Freunde und wir schreiben uns heute noch. Es fanden Grillpartys statt , wir grillten deutsche Bratwurscht, es gab Kartoffelsalat, und von der anderen Seite kamen die grossen T-bone-Steaks, dazu gab es deutsches Bier. Natürlich war auch ein grosser Ami-Grill vorhanden, den wir dann erbten, als Bertie und Hal zurück nach California mussten. Am Heiligen-Abend klingelte es, wir bekamen „Berties chrismas-cookies“ und natürlich 1 Flasche Whisky dazu. Wir bedankten uns mit deutschen Weihnachtsgutseln und einer Flasche Wein, deutsch-amerikanische Freundschaft. Hal hatte vom vielen IVV-Wandern, eine Menge Plaketten und Teller gesammelt und nach Californien mitgenommen, „ german Souvenirs“.

Bertie und Hal waren zwei Jahre am Auspacken.

Auch haben wir viele schöne Erinnerungen an die Deutsch-Amerikanischen Volksfeste…..

Als nächstes kamen Robin und Keith mit 2 süßen Kindern, Madi und Mason .

Auch mit denen erlebten wir eine schöne Zeit und sie machten uns zu „Best neighbours“ !

Wir erlebten eine rauschende Party im Club, es tanzten Indianer und es gab turkey und allerlei amerikanische Dinge zu essen. Dann wurden wir noch mit einem Foto mit Rahmen beschenkt, das hängt bis heute an der Wand.

Wir verabschiedeten die Muschaleks bei viel Schnee in Baumholder.

Jetzt ist es ruhiger geworden mit unseren Amis, aber noch einmal kreuzten sie unseren Lebensweg, als ich 2005 meinen Bruder Wilber in LA fand. Es waren auch wieder Amis, die meinen Wilber adoptierten. Damals 1951 waren Bernice und Georg Simmons in Mannheim stationiert, fanden den kleinen Johann in einem Waisenhaus in Heidelberg, nahmen ihn mit und hatten ihn lieb.

Bald werden sie gehen, unsere Amis, und ich werde sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge ziehen lassen müssen, aber ich werde sie alle vermissen!!!!!!

 Bye Bye Jonny, Billy, Tom and Mike

 

25.12.2013

An dieser Stelle noch eine weihnachtliche Aktualisierung: Auch die Amerikanischen GI’s haben in Mannheim Weihnachten gefeiert – einige von ihnen in deutschen Gastfamilien. RNF berichtete damals über die Suche der Soldaten nach passenden Familien, mit denen sie Heiligabend verbringen konnten.

20.12.2013

Die Amerikaner in Mannheim – ein umfassendes Thema, dem wir uns aktuell annehmen möchten. Ganz konkret: Wir planen eine einstündige Dokumentation über die Zeit der Amerikaner in Mannheim.

Lange haben wir gemeinsam mit ihnen hier gelebt. Nun sind sie weg. Doch die Erinnerungen – the memories – die bleiben. Und die sollen im Zentrum unserer Dokumentation stehen. Wer waren diese Leute, die seit 1945 Seite an Seite mit uns zusammen gelebt haben? Irgendwie ganz für sich in den Barracks und doch immer dabei. Zeugnisse dieser Zeit gibt es viele. Wir möchten hier zeigen, was wir im Laufe unserer Recherchen wieder entdecken. Aber genauso suchen wir nach Geschichten, die noch nicht erzählt wurden. Auch hierüber möchten wir auf diesem Blog berichten.

Dazu bauen wir neben unseren eigenen Recherchen auch auf die Hilfe aller RNF-Zuschauer und Homepage-User. Wir freuen uns über jeden Tipp, jede Anekdote, jeden Papierschnipsel. Alle Geschichten, Fotos und Videodokumente über Amerikaner in Mannheim – egal ob es um Beziehungen geht, Erlebnisse, Spannendes, Trauriges oder Lustiges – wir wollen alles wissen…

Über die E-Mail Adresse

byebyemannheim (at) rnf(.)de

können Sie uns schreiben. Wir veröffentlichen dann hier interessante Fundstücke, die den Weg zu uns finden.

 

Wir haben auch schon mal in unserem Archiv gewühlt und sind dabei auf diesen Beitrag gestoßen. War Ihnen bewusst, dass der Pfennigbasar in Mannheim immer schon vom Deutsch-Amerikanischen-Frauenkreis organisiert wurde?

 

(Erstausstrahlung 12.02.2003)

 

Im Zuge unserer Recherche werden wir hier immer wieder Filme zu diesem Thema einstellen. Es lohnt sich also, öfter mal auf diese Seite zu schauen.