[BLOG] Der Vogel-Flüsterer: Der Pfälzer Falkner Achim Häfner zu Gast im RNF-Maimarkt-Studio

Wenn Uhu-Dame Marga unruhig wird, lässt Achim Häfner sie an seinen Lippen knabbern. Tatsächlich scheint es, als würde sie ihn küssen. Nur wenige Sekunden – dann ist Marga wieder vollkommen entspannt. Eine Sache des Vertrauens. Marga kam zu Achim Häfner, da war sie gerade einmal drei Tage alt. Der Falkner aus Neustadt ist ihre Bezugsperson, ihre Heimat. Am Samstag Mittag waren die beiden und mit ihnen Kaninchenkauz Heidi sowie das sibirische Uhu-Baby Frodo – erst 41 Tage alt – der Blickfang am RNF-Maimarktstudio.


VIDEO: Achim Häfners Auftritt in RNF Life am Samstag, 01.05.2014 – gesendet aus dem Maimarktstudio des Rhein-Neckar Fernsehens.

Festival-Erfahrung hat der 56-Jährige ausreichend: Mit seinen Vögeln, unter anderem auch noch einem Adler und einem Wüstenbussard, ist er häufig auf Mittelaltermärkten zu finden – daher das Kostüm, das er in der Sendung trug. Früher zeigte er auch Flug-Shows in Vergnügungsparks. Davon ist er aber völlig abgekommen. „Ich habe gemerkt, dass die Menschen mehr von den Vögeln haben, wenn sie ihnen ganz nah kommen können“, erzählt er. Seither stellte er seine Aktivitäten grundlegend um. Von seiner Ranch in Venningen bei Edenkoben aus besucht er Kindergärten, Alten- und Pflegeheime und immer wieder auch das Kinderhospiz „Sterntaler“ in Dudenhofen bei Speyer. In Schulen gibt er naturkundlichen Unterricht, dann ganz in Zivil. Mit geistig und mehrfach behinderten sowie autistischen Kindern arbeitet er therapeutisch: „Es ist faszinierend zu sehen, wie die Kinder auf die Tiere reagieren, wie sie versuchen und es auch schaffen in kurzer Zeit eine Beziehung aufzubauen.“ Ähnliche Erfahrungen mache er auch mit demenzkranken alten Menschen, sprudelt es aus ihm ihm heraus – und man spürt, dass hier ein Mann seine Berufung gefunden hat.

Liebling aller Kinder auf dem Maimarkt: Uhu-Dame Marga

Bis daraus aber ein Beruf wurde, verging noch eine lange Zeit. Achim Häfner war Handwerker, leistete als Gipser harte körperliche Arbeit, ehe ihn eine Krankheit stoppte. An eine Fortsetzung des Berufs war nicht mehr zu denken. Während seiner Genesung waren es die Vögel, die ihm wieder auf die Füße halfen. Die Falknerei war schon lange eine Leidenschaft gewesen, ein Hobby – und jetzt eröffnete sich die Chance, daraus eine Profession zu machen. Er bildete sich fort und bestand die Jagdprüfung. Das war die Voraussetzung, um schließlich Falkner werden zu können.

Uhu-Auge sei wachsam: Frodo ist auf diesem Bild erst 41 Tage alt

Die Tiere bekommt er von Züchtern aus ganz Deutschland. Meist sind sie erst wenige Tage alt, wenn sie auf Häfners Ranch ein neues Zuhause finden. Dadurch entsteht eine enge Bindung zwischen Mensch und Tier. Sie ist die Grundlage dafür, dass die Raubvögel geduldig Modell stehen, wenn wildfremde Menschen Fotos mit ihnen schießen. Reisen ins Ausland gemeinsam mit den Vögeln seien keine Ausnahme, wenn beispielsweise auch Werbeagenturen und Promis ein Fotoshooting mit Tieren ansetzten, plaudert der Falkner aus der Pfalz fröhlich.

Achim Häfner sieht aufregenden Tagen entgegen: Nach langer Zeit ergibt sich eventuell die Chance, einen Weißkopfseeadler zu erstehen. Zurzeit ist das Ei noch in der Brut. „Mal sehen, vielleicht bekomme ich es ja“, spekuliert Häfner. Und es klingt, als ginge dann ein Traum für ihn in Erfüllung.

Und zum Schluss noch ein Video: Frodo findet das Publikum am RNF-Studio zum Anknabbern…



(Bilder & Text: Ralph Kühnl / Titelbild: Achim Häfner, Kaninchenkauz Heidi und Moderatorin Frauke Hess vor dem RNF-Maimarktstudio.)