Bobenheim-Roxheim: Europäische Sumpfschildkröte gesichtet – Jungtier auf Landgang

In Rheinland-Pfalz ist ein Jungtier der fast vom Aussterben bedrohten Europäischen Sumpfschildkröte gesichtet worden. Wie der Naturschutzbund (Nabu) Rheinland-Pfalz am Donnerstag mitteilte, wurde ein etwa zwei Jahre altes Tier bei einer Landwanderung in Bobenheim-Roxheim entdeckt. «Das ist eine Sensation, es fühlt sich an, wie ein Sechser im Lotto», sagte Nabu-Projektbetreuer Walter Gramlich.

Der Nabu zieht nach eigenen Angaben damit eine erfolgreiche Zwischenbilanz im Projekt zur Wiederansiedlung Europäischer Sumpfschildkröten. Das Land hatte 2008 eine Initiative ins Leben gerufen, um die in Rheinland-Pfalz bereits ausgestorbene und bundesweit auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten stehende Europäische Sumpfschildkröte zu retten. Ziel ist es, vor allem entlang des Oberrheins, lebensfähige und miteinander vernetzte Teilpopulationen zu etablieren.

Das Gebiet in Bobenheim-Roxheim ist neben Neuburg am Rhein (Landkreis Germersheim) der zweite Auswilderungsstandort für die überwiegend braun-schwarzen und leicht gelblich gesprenkelten Schildkröten. In Bobenheim-Roxheim sind dem Nabu zufolge seit 2008 insgesamt 120 Tiere ausgewildert worden. Der aktuelle Jungtierfund ist demnach der insgesamt dritte in diesem Gebiet. 2017 waren bereits zwei frisch geschlüpfte Europäische Sumpfschildkröten gesichtet worden.

Zurzeit werden nach Angaben des Nabu weitere Tiere in Speyer auf die Auswilderung vorbereitet. Doch erst wenn die Europäischen Sumpfschildkröten ein Gewicht von 300 Gramm erreicht hätten, seien sie vor Fressfeinden sicher genug, um in die Freiheit entlassen zu werden, hieß es. (dpa/lrs/asc)