Bruchsal: Häftling der JVA stirbt im Krankenhaus

Ein Häftling des seit Monaten in den Schlagzeilen stehenden Gefängnisses Bruchsal ist in einem Krankenhaus gestorben. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ordnete vorsorglich eine Obduktion an – demnach starb der 75-Jährige in der Nacht zum Dienstag an inneren Erkrankungen. Hinweise für Fremdverschulden lägen nicht vor, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Karlsruhe am Mittwoch
mit.
Seit dem Spätsommer 2014 ist es in den Gefängnissen in Baden-Württemberg wiederholt zu Todesfällen, Suizidversuchen und massiven Gewalttätigkeiten gekommen. Vor allem der Hungertod eines Häftlings in Bruchsal im vergangenen August hatte Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) in große Bedrängnis gebracht.

Im vergangenen September waren in der JVA Bruchsal mehrere Häftlinge kurzzeitig in einen Hungerstreik getreten. Im April starb dort ein Insasse durch die Einnahme des Heroin-Ersatzstoffs Methadon.

Der 75-Jährige hatte den Angaben nach am 2. Mai über Herzbeschwerden geklagt. Eine Notärztin wollte ihn wegen eines möglichen Herzinfarkts in eine Klinik einweisen – der Mann habe aber abgelehnt. Zwei Tage später ließ er sich stationär aufnehmen. Die Ermittler betonten, dass er auch gestorben wäre, wenn er sofort in die Klinik gekommen wäre.(dpa/lsw)