Bruchsal: Schwere Vorwürfe nach Tod eines Häftlings in der JVA

Im Zusammenhang mit dem Tod eines Häftlings in Bruchsaler Einzelhaft sieht sich das Justizministerium mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Weder sei der als hochaggressiv geltende Mann aus Burkina Faso ins Krankenhaus gekommen noch ansonsten psychologisch oder medizinisch behandelt worden, kritisierte der CDU-Landtagsabgeordnete Bernhard Lasotta am Mittwoch.
Die Vorwürfe stützte er auf die jetzt vorliegende Antwort des Ministeriums auf seine Anfrage zu den Todesumständen des 33-Jährigen. Nach Januar 2014 habe sich das Haus von Rainer Stickelberger (SPD) nicht mehr um den Fall gekümmert. Darüber hatten die „Stuttgarter Nachrichten“ zuerst berichtet.
Der Mann habe gebissen, gespuckt und provoziert und schon im Freiburger Gefängnis, wo er vorher einsaß, alle Gesprächsangebote abgelehnt, schreibt hingegen das Ministerium in seiner Antwort. Zwangsweise habe man ihn jedoch nicht in ein Krankenhaus einweisen wollen, da „die Gefahr einer Eskalation“ gesehen wurde. Auch in Bruchsal habe der Mann alle Hilfsangebote abgelehnt. Zuletzt im Juni, einige Woche vor seinem Tod Anfang August, habe eine Ärztin „keine Mangelerscheinungen“ festgestellt.
Der Häftling war am 9. August tot in seiner Zelle gefunden worden. (dpa/lsw)