Darmstadt: „Bombenleger von Viernheim“ leidet an Schizophrenie

Der vor Jahren als „Bombenleger von Viernheim“ zu zwölf Jahren Haft verurteilte Mann leidet laut Gutachten unter paranoider Schizophrenie. Der 52-Jährige lege bizarre Verhaltensweisen okkulter Art an den Tag, sagte ein Sachverständiger am Mittwoch vor dem Darmstädter Landgericht. Außerdem sehe sich der Mann ständig als Opfer einer Verschwörung, die die Justiz gegen ihn ins Feld führe. Er neige auch zur Aggressivität.
Der 52-Jährige steht in diesem Verfahren als Beschuldigter vor Gericht. Ihm wird besonders schwere Brandstiftung und Körperverletzung vorgeworfen. Er soll in seiner Gefängniszelle in der JVA Weiterstadt im August 2015 Feuer gelegt haben. Drei Bedienstete sollen Rauchgasvergiftungen erlitten haben. Der Mann selbst sei leicht verletzt  worden. Die Anklage geht davon aus, dass der Mann nicht schuldfähig ist. Sie will ihn in eine Psychiatrie einweisen lassen.
Der Waffennarr hatte sich im August 2009 nach Sprengsätzen gegen zwei Häuser in seiner Wohnung in Viernheim verschanzt, die voller Waffen, Munition und Sprengstoff war. Nach fast 28 Stunden ergab er sich einem Spezialeinsatzkommando der Polizei. Dafür verurteilt wurde er im Juni 2010. Ein Urteil in dem neuen Verfahren könnte am 9. Februar verkündet werden.(lhe)