Derbysieg für Hoffenheim: Stimmen zum 4:1 gegen Stuttgart

Den erste Heimsieg im siebten Anlauf im Derby gegen den VfB Stuttgart hat Hoffenheim ausgiebig gefeiert. Ein «dickes Ding», meinte Trainer Markus Gisdol.

Sinsheim (dpa/lsw) – Wer 1899 Hoffenheim vorwirft, der Club habe keine Tradition und hier gehe es nur ums Geld, hätte am Samstag in der Kabine des Bundesligisten sein sollen. Da stimmte Milliardär und Mäzen Dietmar Hopp ein kerniges «Zicke zacke, zicke zacke …» an, wie es schon in Gründertagen des Fußball-Oberhauses Brauchtum war. Das jedenfalls verriet der 18-jährige Abwehrspieler Niklas Süle den Reportern. Das «Hoi, hoi, hoi» schallte durch die Katakomben der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena. Der 4:1 (1:0)-Sieg im baden-württembergischen Derby gegen den VfB Stuttgart war für die Hoffenheimer ein Festtag.

Dass die TSG angesichts der Abstiegssorgen des VfB und des SC Freiburg derzeit die eindeutige Nummer 1 im Lande ist, wird den 73-jährigen Hopp ebenfalls freuen. Und Trainer Markus Gisdol kommt seinem Ziel, nach den Relegationsspielen im vergangenen Jahr eine sorgenfreie Saison zu spielen, jedenfalls immer näher. «Ich glaube, dass wir mit diesem Spiel einen wichtigen Schritt gemacht haben», sagte der Chefcoach strahlend und locker wie selten in dieser Spielzeit. «Wir müssen bei diesem Sieg nicht das Haar in der Suppe suchen. Meine Mannschaft hat heute ein dickes Ding rausgehauen.»

Das galt vor allem für Sven Schipplock, alias Sven Chipplock. Der mitunter etwas unbeholfen wirkende Stürmer hatte in der 67. Minute den Ball derart raffiniert über VfB-Torhüter Sven Ulreich gehoben, dass sich die knapp 30 000 Zuschauer im Stadion die Augen rieben. Der frühere Stuttgarter hatte sich eigentlich einen Namen als Joker gemacht und durfte erst zum sechsten Mal in dieser Spielzeit von Anfang an ran. Bereits nach zwölf Minuten brachte Schipplock die TSG in Führung. Die herausragenden Kevin Volland (49.) mit seinem achten und Roberto Firmino (90.+2/Foulelfmeter) mit seinem zehnten Saisontor trafen zudem für die Kraichgauer.

«Man sollte ja die Spieler nie unterschätzen», meinte Gisdol zu Schipplocks Coup. «Ein Wahnsinnsding.» Auch Abwehrspieler Fabian Johnson staunte: «Ich kann mich im Training nicht an so ein Tor von Schippo erinnern.»

Gisdol hat mittlerweile eine bärenstarke Offensive mit 44 Toren vorzuweisen. Nur die letztjährigen Champions-League-Finalisten FC Bayern München (57) und Borussia Dortmund (51) haben mehr Tore als Hoffenheim geschossen. Kein Wunder, dass der Trainer schwärmte: «Das war eine super Leistung von meiner Mannschaft.»

Mit einer Belohnung geizte der gebürtige Schwabe nicht. «Wenn am Dienstag jemand zum Training kommen will, um zuzuschauen: Wir werden nicht da sein», sagte er grinsend bei der Pressekonferenz. Zwei Tage frei, so hält man die gute Laune bei Fußballprofis hoch.