Diskussion um Mückenbekämpfung mit Bti

Am Oberrhein und einigen oberbayerischen Seen wird die Bekämpfung der Stechmücken in diesem Jahr intensiv diskutiert. Der Ausfall von Hubschraubern für den Einsatz des biologischen Mittels Bti im Mai am Rhein sorgte für einen Aufschrei in den betroffenen Gemeinden und eine vorübergehende Mückenplage. Gleichzeitig erklärte die bayerische Gemeinde Seon-Seebruck am Chiemsee, künftig auf den Einsatz von Bti zu verzichten. Entlang des Ober-rheins haben sich 93 Städte und Gemeinden zwischen Bingen und Breisach seit 1976 zur Kommunalen Aktions-gemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) zusammengeschlossen. Die Menschen in der Region bezeichnen die kleinen Blutsauger zumeist als Schnaken. Der Einsatz des biologischen Wirkstoffs Bti reduziert nach jedem Hochwasser die Zahl der Stechmücken drastisch. Der Wissenschaftliche Direktor der Kabs mit Sitz in Speyer, Norbert Becker, war entscheidend daran beteiligt, das Mittel in Form von Eisgranulat und Suspensionen praxistauglich zu machen. Diskutiert wird jetzt über eine Studie der Universität Koblenz-Landau, die zu dem Schluss kommt, dass Bti mehr negative Auswirkungen auf den Bestand von nicht stechenden Zuckmücken und sogar Amphibien haben könnte als bisher angenommen.                               Demnach geraten Frösche beim Einsatz des Mittels unter Stress. Becker verweist auf eine Studie aus Tübingen, bei der mit einer deutlich höheren Bti-Konzentration keine Wirkung auf Frösche festgestellt werden konnte. Auch in Bezug auf die Zuckmücken zweifelt Becker. Zuckmücken sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für Fische, Vögel und Fledermäuse. (dpa)