Drei Monate nach Kohls Tod: Weiter Fragezeichen beim Nachlass

Drei Monate nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl hat das Bundesarchiv noch keine Dokumente aus dessen
Bungalow in Ludwigshafen-Oggersheim bekommen. Dort war Kohl am 16. Juni gestorben. „Der private Nachlass ist Sache der Familie, amtliche Akten dagegen müssen zu uns kommen“, sagte der Sprecher des Bundesarchivs in Koblenz, Tobias Herrmann, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir gehen aber davon aus, dass es nicht sehr viele amtliche Unterlagen in Oggersheim gibt.“ Experten vermuteten bei Kohl weniger Interesse am Aufbau eines systematischen Hausarchivs als etwa
beim ebenfalls verstorbenen Altkanzler Helmut Schmidt (SPD). Kohls Witwe Maike Kohl-Richter hat laut Herrmann auf ein Schreiben des Bundesarchivs vom 21. Juni noch nicht reagiert. Interessant ist nach Angaben von Bundesarchiv-Sprecher Herrmann auch, was mit Kohls privatem Nachlass passiere. „Hier haben wir ebenfalls unsere Hilfe angeboten“, sagte er. „Das Bundesarchiv ist generell auch ein guter Ort für private Unterlagen hochrangiger Politiker. Kohls Sohn Walter hatte die Gründung einer Kohl-Stiftung an einem neutralen staatlichen Ort wie etwa dem Bundesarchiv vorgeschlagen. So solle sie unabhängig von jeglichem Einfluss der zerrissenen Familie sein. Über Kohls materielles Erbe dagegen war laut Sohn Walter noch zu Lebzeiten des Altkanzlers – im Jahr 2016 – vor Gericht entschieden worden. dpa/feh