Dresden: Mannheimer Künstler legt Gebetsteppiche vor Frauenkirche aus – Kunstaktion gegen PEGIDA

Wenige Stunden vor einer geplanten Kundgebung der islamkritischen Pegida in Dresden hat ein Mannheimer Künstler vor der Frauenkirche 175 Gebetsteppiche ausgelegt.

Ein weiterer Teppich trägt die Aufschrift „Ich glaube an Gott“. Mit der Aktion solle Offenheit und Toleranz ausgedrückt werden, sagte der Mannheimer Künstler Kurt Fleckenstein. „Die Installation richtet sich gegen die Thesen von Pegida“, so der 63-Jährige weiter. Polizei und Stadtverwaltung hätten sich sehr kooperativ verhalten. Allerdings habe die Stadt noch nicht entscheiden, ob die Richtung Mekka ausgerichteten Teppiche liegenbleiben dürften.

Er werde sein Werk aber nicht selbst abbauen, meinte Fleckenstein. Schließlich sei die Kunstfreiheit im Grundgesetz garantiert. „Ich will, dass die Teppiche bis zur Pegida-Demonstration liegenbleiben“, sagte er. Die Stadt sei in einem Dilemma. „Es wäre natürlich ein mediales Ereignis, wenn eine Installation für Meinungsfreiheit, Offenheit und Pluralität von der Müllabfuhr weggeschafft würde.“

Ein Passant, der sich als Pegida-Anhänger zu erkennen gab, sprach sich dafür aus, die Teppiche liegenzulassen. „Ich putze mir dann nachher die Schuhe darauf ab“, sagte er. (lsw)