Dürkheim oder Kallstadt?: Trump spricht über seine Ahnen

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat dem pfälzischen Bad Dürkheim und nicht dem nahegelegenen Kallstadt die ihm zukommende besondere Rolle in seiner Familiengeschichte zugewiesen. In einem Interview der „Bild“-Zeitung nannte der Immobilienmilliardär die Kurstadt kurzerhand auf die Frage nach seinen pfälzischen Wurzeln, dabei stammten seine
ausgewanderten Großeltern aus Kallstadt. „Bad Dürkheim, ja? Das ist echtes Deutschland, nicht wahr?“, sagte Trump auf die Frage, was es für ihn bedeute, dass deutsches Blut in seinen Adern fließe.
Immerhin: Kallstadt liegt im Kreis Bad Dürkheim. Die Stadtoberhäupter von Bad Dürkheim und Kallstadt, Christoph
Glogger (SPD) und Thomas Jaworek (CDU), nahmen Trumps Äußerung gelassen auf. „Ich frage mich wirklich, ob er selbst auf Bad Dürkheim kam, ob er es überhaupt aussprechen kann, oder ob man es ihm in den Mund gelegt hat“, sagte Glogger. Man fühle sich nicht so richtig wie der Herkunftsort von Trumps Ahnen und habe auch nicht das Gefühl, dass er daran wirklich interessiert sei. Falls doch, lade man ihn herzlich ein, beim Wein über die Heimat zu reden. „Wir nehmen das nicht so ernst – wie wir bei anderen Dingen hoffen, dass er sie nicht so ernst nimmt“, sagte Glogger über Trump.
„Ich weiß nicht, ob Bad Dürkheim sich jetzt darum reißt, den Trump in ihre Stadt zu versetzen“, sagte Jaworek. Und auch nicht, ob das Haus von Trumps Vorfahren in Kallstadt nun ab- und in Bad Dürkheim wieder aufgebaut werden solle, flachste er. Er selbst habe Trump in seiner Neujahrsrede mit keinem Wort erwähnt. Für den kommenden Freitag, wenn der neue Präsident ins Amt eingeführt wird, sei in Kallstadt auch nichts geplant. Eine Einladung habe er auch nicht ausgesprochen. „Das würde ja auch über das Kanzleramt laufen“, ergänzte er.
Hinsichtlich der Einstellung der Kallstadter zu Trump sagte der Ortsbürgermeister, es gebe ein paar, „und da schließe ich mich ein, die sagten: Irgendwann wird er präsidiabel werden“. Inzwischen sei man aber „ein bisschen enttäuscht, dass da bisher nichts gekommen ist“. Er wisse aber nicht, wie der Stab im Weißen Haus mit dem neuen Chef umgehen werde, ob man ihm eventuell das Handy abnehme, damit er nicht mehr twittern könne. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Twittern politischer Stil wird in den USA“, sagte Jaworek. „Mal sehen, was da so auf uns zukommt.“ dpa/feh