Eberbach: „Brombacher Tal“ neues Naturschutzgebiet

Regierungspräsidentin Nicolette Kressl hat im Eberbacher Ortsteil Brombach die Rechtsverordnung für das Naturschutzgebiet „Brombacher Tal“ unterschrieben und damit das „Brombacher Tal“ als neues Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es ist nach Angaben des Regierungspräsidiums das zweite Naturschutzgebiet in Eberbach, das 49. Naturschutzgebiet des Rhein-Neckar-Kreises und das 226. Naturschutzgebiet im Regierungsbezirk Karlsruhe.

Das 19 Hektar große Naturschutzgebiet sei, wie es heißt, ein Tal von außerordentlicher landschaftlicher Schönheit und ohne naturstörende Nutzungen, man meine fast, die Zeit sei vor 100 Jahren stillgestanden. Nicolette Kressl: „Wir weisen Naturschutzgebiete nicht nur für gefährdete Arten aus, in der Hoffnung und Absicht, deren Populationen zu schützen und zu fördern. Wir weisen sie auch für uns selbst, für unser Wohlbefinden, und für unsere Identifikation mit der Heimat aus. In solchen Gebieten können wir durchatmen und uns von der Hektik des Alltags erholen“. Aus gutem Grund sei die ruhige Naherholung in allen Naturschutzgebieten des Landes willkommen: So leiste der Naturschutz nicht nur einen Beitrag zur Erhaltung von Lebensräumen und Arten, sondern auch für das Wohlbefinden aller, und damit zum Zusammenhalt der Gesellschaft.

Im „Brombacher Tal“ lebt unter anderem die Äskulap-Natter genannt, eine für den Menschen völlig ungefährliche und bis zu 180 Zentimeter lange Schlange, die in Baden-Württemberg nur hier, im Neckartal zwischen Heidelberg und Eberbach, vorkommt. Dies sei nun das erste Naturschutzgebiet, welches dieser schönen und extrem seltenen Art gewidmet sei, betonte die Regierungspräsidentin. Weiter gibt es hier nicht weniger als 34 Schmetterlingsarten, davon 11 auf der Roten Liste oder der Vorwarnliste, und 20 Heuschreckenarten, davon 6 auf der Roten Liste oder der Vorwarnliste.

Als weiteren Grund für die Unterschutzstellung nannte die Regierungspräsidentin die Schutzbedürftigkeit des Tals. In erster Linie sei so ein Wiesental bedroht durch die Aufgabe der Wiesenwirtschaft. Die könne aber nur aufrechterhalten werden, wenn sie von der öffentlichen Hand finanziell unterstützt würde. Insofern sei die Ausweisung eines Naturschutzgebietes eine Art Pflegeversicherung für die Erhaltung einer Kulturlandschaft, denn hier würde die Naturschutzverwaltung immer prioritär die Landschaftspflege in Form von Beweidung oder Zurückdrängung von Gebüsch, Brombeeren und Adlerfarn fördern. (asc)