Eggenstein-Leopoldshafen: Erweiterung von Atommüll-Lager geplant

Weil das Lager für Atommüll im ehemaligen Kernforschungszentrum in Eggenstein-Leopoldshafen (Kreis Karlsruhe) fast voll ist, soll es ausgebaut werden. Die Lagerhallen für schwach- und mittelradioaktive Abfälle müssen bis 2020 beziehungsweise 2019 erweitert werden. Das sagte ein Sprecher der Firma WAK am Dienstag, die für den Rückbau des Zentrums zuständig ist.
Das Lager für mittelradioaktiven Abfall mit 960 Kubikmetern sei quasi voll, sagte der Sprecher. Durch den Neubau soll es doppelt so groß werden. Die Kapazitäten der Lagerung von schwachradioaktivem Abfall sollen von 68 000 Kubikmetern um 30 Prozent vergrößert werden. Unterm Strich werde es durch den Ausbau auf dem Gelände aber nicht mehr radioaktiven Abfall geben. Der Müll stamme ausschließlich vom Kernforschungszentrum, von außen komme kein Atommüll dazu.
Wann der Ausbau beginnen könne, liege an der Baugenehmigung und der atomrechtlichen Genehmigung. Für letztere sei ein Antrag beim Umweltministerium eingegangen, sagte ein Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur. Als erste Hürde müssen aber die betroffenen Gemeinden im Umland überzeugt werden: Die Pläne sollten am Abend dem Gemeinderat Eggenstein-Leopoldshafen vorgestellt werden. Die Kosten der Erweiterung werden auf 50 Millionen Euro geschätzt, wie aus einem Bericht der „Badischen Neuesten Nachrichten“ hervorgeht.
Seit den 1990er Jahren ist WAK mit dem Rückbau des stillgelegten Zentrums auf dem Nordcampus des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) beschäftigt. Endgültig ist der Müll für das vom Bund geplante Endlager im Schacht Konrad bei Salzgitter (Niedersachsen) vorgesehen.
Dies sei aber schon mehrfach verzögert worden – nach den aktuellen Schätzungen soll es frühestens 2023 fertig werden. (dpa/lsw)