FCK: Alle Hoffnung ruht auf Markus Merk

Mit einer deutlichen Mehrheit ist der dreimalige Weltschiedsrichter Markus Merk am Sonntag in den
Aufsichtsrat von Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern gewählt worden. 1747 stimmberechtigte Mitglieder kamen zu der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung beim angeschlagenen Verein auf den Betzenberg. Bei der Nachwahl für die vier freien Plätze im Kontrollgremium blieb eine Überraschung aus. Der gebürtige Lauterer Merk (1545 Stimmen), der mit einem Team von fünf  Personen kandidierte, ergatterte gemeinsam mit dem Finanzexperten Martin Weimer (1194), dem Wirtschaftsjuristen Jörg Wilhelm (1190) und dem früheren Vorsitzenden Rainer Keßler (1041) die vier verfügbaren Plätze. Das fünfte Mitglied des Teams, der ehemalige Lauterer Meisterspieler Martin Wagner (878), blieb zunächst außen vor. Merk kündigte bereits an, Wagner nachträglich in den Rat zu berufen, wie es die Satzung ermöglicht. Dort trifft das Quintett künftig auf das letzte verbliebene Mitglied Fritz Fuchs.

Die neuen Kontrolleure stehen nun vor der Herkulesaufgabe, den viermaligen deutschen Meister aus der größten Krise der Vereinsgeschichte zu führen. Zu Wochenbeginn, kündigte Merk an, soll die finanzielle Situation intensiv beleuchtet werden. Am Dienstag soll dann ein Geschäftsführer als Nachfolger für den scheidenden Finanzchef Michael Klatt präsentiert werden. „Unser größter Gegner ist die Zeit“, betonte Merk und machte deutlich, dass er sich der Herausforderungen im wirtschaftlichen Bereich bewusst ist. Außerdem muss auch der Posten von Sportchef Martin Bader, dessen am Jahresende auslaufender Vertrag nicht verlängert wurde, zeitnah neu besetzt werden.

Die neue Geschäftsführung steht zum Amtsantritt vor zahlreichen Baustellen. Um den Spielbetrieb über die laufende Saison hinaus aufrecht erhalten zu können, muss eine Finanzlücke zwischen fünf und 15 Millionen Euro geschlossen werden. Ergibt die im Januar anstehende Wirtschaftsprüfung keine positive Fortführungsprognose, droht zudem der Gang zum Insolvenzgericht. Das strukturelle Defizit der Pfälzer verdeutlicht der operative Verlust von 5,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2018/19. Zudem gilt es, einen zahlungskräftigen Investor für den FCK zu gewinnen. Ohne diese Unterstützung kann der FCK auf Dauer nicht im Profifußball überleben. Schon vor seiner Wahl hat Merk daher den Kontakt zum Luxemburger Unternehmer Flavio Becca gesucht. Doch der potenzielle Investor zögert seit  Monaten mit seinem Einstieg. Gelingt keine Einigung mit Becca, muss eine tragfähige Alternative her. Sonst kann auch Hoffnungsträger Merk nicht viel ausrichten. (dpa/lsw/wg)