FCK: Erste Niederlage unter Strasser – Lauterer Fans wollen Duisburger Fan-Zug stürmen

Der 1. FC Kaiserslautern hat die erste Niederlage unter dem neuen Trainer Jeff Strasser und damit einen
herben Rückschlag im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga kassiert. Das Tabellen-Schlusslicht verlor am Sonntag gegen den MSV Duisburg mit 0:1 (0:0) und verpasste es dadurch, mit dem Aufsteiger nach Punkten gleichzuziehen. Bei den Verantwortlichen des FCK herrschte nach dem Rückschlag blankes Entsetzen, das sie nur mühsam verbargen. „Wir haben heute eine große Chance verpasst. Uns ist es nicht gelungen, Druck nach vorne aufzubauen“, sagte Sportdirektor Boris Notzon. „Mit dieser Leistung haben wir keinen Punkt verdient.“ Ähnlich sah es Strasser. „Wir hatten uns etwas ganz anderes vorgenommen, wollten aggressiv und mutig nach vorne spielen“, sagte der Luxemburger. „Wir haben es aber nicht geschafft, genügend Druck aufzubauen und es dem Gegner mit leichtfertigen Ballverlusten zu
einfach gemacht.“ Der Kopf müsse jetzt oben bleiben, forderte Strasser: „Es wäre fehl am Platz, alles negativ zu sehen.“

Vor 22 833 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion traf Dustin Bomheuer in der 67. Minute per Kopf. Moritz Stoppelkamp verschoss auch noch einen Foulelfmeter für die Gäste (38.). Die Duisburger stellten damit
erneut ihre Auswärtsstärke unter Beweis und haben bereits zehn Zähler auf fremdem Platz geholt, während Lautern mit einer nervösen Vorstellung enttäuschte und weiter nur sechs Zähler auf dem Konto hat.

Zunächst hatte es unter Strasser als Nachfolger des entlassenen Norbert Meier immerhin vier Punkte aus zwei Spielen gegeben. Mit nur sieben Toren aus elf Spielen ist vor allem die Offensive das große
Problem. Der Schwede Sebastian Andersson, zuletzt mit vier Treffern in zwei Spielen, bekam als Sturmspitze kaum ein vernünftiges Zuspiel. Der einzige im FCK-Team, der seiner Mannschaft etwas Struktur gab, war Christoph Moritz. Für die niedergeschlagenen Pfälzer geht es am Mittwoch in der zweiten DFB-Pokal-Runde gegen den VfB Stuttgart und am Samstag in Regensburg weiter. „Das Hauptaugenmerk bleibt auf der Liga“, betonte Strasser. „Mit einem Dreier in Regensburg können wir auf Schlagdistanz bleiben.“

Begleitet wurde das Spiel von Ausschreitungen Lauterer Fans. Nach Angaben der Bundespolizei in Kaiserslautern versuchte eine Gruppe von 30 bis 40 vermummten FCK-Anhängern zwei Stunden vor dem Spiel, einen Regionalzug mit etwa 120 Duisburger Fans zu stürmen. Mitreisende Bundespolizisten verhinderten dies unter Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray, wurden dabei aber der Mitteilung zufolge auch mit Reizgas attackiert. Die Bilanz nach Angaben der Polizei: Einen Lauterer Fan nahmen die Einsatzkräfte direkt am Bahnhof fest, drei weitere später im Verlauf einer Fahndung. Drei Bundespolizisten wurden leicht verletzt, die Bahnstrecke musste im Bereich Imsweiler für rund 50 Minuten gesperrt werden. (dpa/wg)