FCK: Hauptsache Ballbesitz?

Kaiserslautern. Nach dem fünften Unentschieden in Folge wächst beim Bundesliga-Aufstiegskandidaten 1. FC Kaiserslautern die Unzufriedenheit. Trainer Kosta Runjaic selbst sprach nach dem torlosen Remis gegen Aufsteiger SV Darmstadt 98 am Freitagabend vom „schlechtesten Spiel in dieser Saison“ und monierte vor allem die mangelnde Durchsetzungskraft. Dass diese an seinem System mit nur einem Stürmer gelegen haben könnte, fand er nicht. „Das ist nicht das Thema“, sagte Runjaic etwas angefressen.

Es gehe darum, so der 43-Jährige, das Spiel von hinten aufzuziehen. Doch im Mittelfeld hätten die Ballstafetten gefehlt, man habe nicht so stark über die Außen gespielt und sei zu selten in Eins-zu-Eins-Situationen gegangen. „Es lag heute nicht an einem Stürmer“, lautete das Fazit von Runjaic.
Die Fans sehen das etwas anders. „Auch in dieser Saison kann man mit 2 Stürmern spielen“, hieß es auf einem Transparent im Stadion. In Fanforen war von „Hauptsacheballbesitzangsthasenscheissdreckfussball“ die Rede.

Runjaic verwies darauf, dass die junge Mannschaft noch in einem Entwicklungsprozess sei und sich „sehr viel Mühe“ gebe. Rückendeckung erhielt er von Präsident Stefan Kuntz. Es gebe keine Systemfrage, sagte Kuntz. Man könne der jungen Mannschaft nichts vorwerfen. Womit er nicht unrecht hat, schließlich liegt Lautern nach sechs Spielen ohne Niederlage nur zwei Punkte von einem Aufstiegsplatz entfernt. In der Stürmerfrage merkte Runjaic an, dass Darmstadt in Dominik Stroh-Engel in der Regel auch nur eine Spitze aufbiete und trotzdem vor Kaiserslautern liege. Beim FC St. Pauli am kommenden Sonntag
(13.30 Uhr) werde man mit einem, vielleicht aber auch mit zwei oder drei Stürmern spielen, sagte er und fügte hinzu: „Oder mit einer falschen Neun“. (dpa)