FCK: Stöver will nachrüsten

Es hätte ein Neuanfang auf dem Betzenberg werden sollen. Doch nach dem ernüchternden 0:4 gegen Hannover 96 gab
es bei Spielern und Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern vor allem ratlose Gesichter. Das Manko der vergangenen Saison wurde den Pfälzern am Freitagabend auch beim Zweitligaauftakt gegen den Erstliga-Absteiger wieder zum Verhängnis. Hinten zu fehlerhaft, vorne zu wenig effektiv – so ging der Start in die neue Spielzeit daneben.

Vor allem die Innenverteidigung um Stipe Vucur und Patrick Ziegler erwischte einen schwarzen Tag und hatte gegen die Hannoveraner Offensive häufig das Nachsehen. Ein Innenverteidiger stand bereits vor dem Spiel auf dem Einkaufszettel von Sportdirektor Uwe Stöver – spätestens jetzt bekommt diese Position wohl höchste Priorität in den
anstehenden Transferverhandlungen. Doch auch im Mittelfeld lief vieles nicht rund. Christoph Moritz, der aus der Bundesliga vom FSV Mainz 05 gekommen ist, um das defensive Mittelfeld zu stabilisieren, unterlief vor dem 0:1-Rückstand der entscheidende Ballverlust. „Das Tor geht auf meine Kappe“, sagte Moritz zerknirscht.

Positiv zu vermerken blieb so nur die starke Anfangsphase des FCK, in der die Gastgeber ein beeindruckendes Tempo vorlegten und die Gäste von einer Verlegenheit in die nächste stürzten. Möglicherweise wäre das Spiel in eine ganz andere Richtung gekippt, hätten die „Roten Teufel“ eine ihrer Chancen zur Führung genutzt. „Hätte ich den Ball
reingemacht, wäre das Spiel anders gelaufen, so muss ich es auf meine Kappe nehmen“, resümierte Marcel Gaus über seinen Fehlschuss in der 6. Minute, als er nach Vorlage von Osawe freistehend vor 96-Keeper Philipp Tschauner vergab. Osawe war der einzige Lichtblick im Offensivspiel des FCK, mit seiner Schnelligkeit bereitete er der 96-Defensive im ersten Durchgang häufig Probleme. In den Testspielen hatte der 22 Jahre alte Neuzugang vom Drittligisten Hallescher FC bereits gezeigt, dass er Tore schießen kann. Wenn er dies nun auch im Ligaalltag beweisen kann, wäre er eine wichtige Stütze für den FCK. Zumal nach dem Abgang von Islands Nationalspieler Jon Dadi Bödvarsson aktuell nur Kacper Przybylko und Lukas Görtler für diese Position in Frage kommen, beide aber nicht für ihre Entschlossenheit vorm Tor bekannt sind. Stöver kündigte daher einen neuen Stürmer an. „Wir werden einen Ersatz für Bödvarsson holen“, sagte der Sportdirektor.

Trainer Tayfun Korkut war mit der Anfangsphase zufrieden, musste aber anerkennen, dass Hannover in den spielentscheidenden Situationen zur Stelle war. „In der Anfangsphase konnten wir gut mithalten, danach hat man aber gesehenen, dass Hannover eiskalt zuschlagen kann“, sagte Korkut nach dem Duell mit seinem Ex-Club. Für das offensive Mittelefeld hat Korkut möglicherweise bereits zum nächsten Spiel bei den Würzburger Kickers weitere Alternativen zur Hand. Die Vertragsverhandlungen mit Zoltan Stieber, der aktuell beim HSV unter Vertrag steht, sind weit fortgeschritten. Es soll nur noch um die Ablösemodalitäten mit den Hanseaten gehen. Der Ungar, der die
Erfahrung von 50 Bundesligaspielen mitbrächte und bei der EM spielte, könnte auf beiden Außenseiten variabel eingesetzt werden. Drei bis vier Neue kündigte Stöver bis Ende August noch an. Nicht mehr für die Pfälzer auflaufen wird in dieser Saison dagegen Maurice Deville. Der Angreifer geht auf Leihbasis für ein Jahr zum FSV
Frankfurt in die dritte Liga, wie die Clubs am Sonntag bekanntgaben. (dpa/wg)