FCK: Weiter mit jungen Talenten

Gequält und mit Tränen in den Augen nahmen die „Roten Teufel“ den aufmunternde Applaus der Fans entgegen. Auch in der kommenden Saison wird beim 1. FC Kaiserslautern Fußball „nur“ in der 2. Bundesliga gespielt. Das 1:1 (1:0) gegen Meister FC Ingolstadt reichte wie im vergangenen Jahr nur zum vierten Platz. „Wir haben wieder die goldene Ananas“, sagte Sportdirektor Markus Schupp enttäuscht. Die Pfälzer mussten neben Ingolstadt auch der Überraschungsmannschaft von Darmstadt 98 und Karlsruhe den Vortritt lassen. „Bei aller Euphorie musste man auch realistisch sein. Wir hatten vor der Saison nicht den Aufstieg erwartet“, erklärte Schupp.

Die verpasste Aufstiegschance konnte Tobias Sippel den emotionalen Schlussakkord nach 17 Jahren und 222 Profispielen nicht vermiesen. „So verabschiedet zu werden, ist nicht normal“, sagte der 27-Jährige, der in der nächsten Woche seinen neuen Verein bekanntgeben will. 500 T-Shirts mit der Aufschrift „Danke für Eure Unterstützung“ brachte der Torhüter unters Volk. Sippel ist nicht der Einzige, der den nächsten Anlauf nicht mehr mitmachen wird. Ausgeliehene Spieler wie Kerem Demirbay, Kevin Stöger, Amin Younes oder Simon Zoller kehren zu ihren Stammclubs zurück. Ob der gegen Ingolstadt wegen der fünften Gelben Karte fehlende Kapitän Willi Orban, Jean Zimmer oder Dominique Heintz gehalten werden können, wird die Zukunft zeigen. „Ich rechne ab sofort mit Angeboten für Spieler“, meinte Vorstandschef Stefan Kuntz. Schupp sieht die Pfälzer in der 2. Liga aber weiter finanziell gut ausgestellt. „Wir sind auch in den nächsten ein, zwei Jahren auf einem guten Weg“, versicherte Schupp. „Aber wir gehören nicht mehr zu den Top-Fünf der 2. Liga“, ergänzte Kuntz.

Die Partie gegen Ingolstadt gehörte nicht zu den Ganzlichtern der Saison. Der FCK hatte nicht die Power und das Durchsetzungsvermögen für einen Sieg, der am Ende auch nicht gereicht hätte. „Wir haben nicht heute den Aufstieg vergeigt. Übers ganz Jahr gesehen hatten wir es nicht verdient, aufzusteigen“, bekannte Ruben Jenssen kritisch. Kuntz enttäuschte die Endphase der Saison. „Nur zwei Punkte aus den letzten vier Spielen. Damit gewinnst du keinen Blumentopf.“

Trainer Kosta Runjaic bescheinigte seiner Mannschaft eine gute Runde. „Wir hatten vor der Saison einen großem Umbruch. Wir stellen die jüngste Mannschaft“, betonte der FCK-Coach. Der letzte Eindruck sei natürlich bitter. „Wir alle hätten uns ein Wunder gewünscht. Dafür hat es nicht gereicht“, sagte Runjaic, der sich ausdrücklich bei der Mannschaft, dem Verein und den Fans für die Unterstützung bedankte. Tausende Anhänger hatten Spalier gestanden, als der Mannschaftsbus den Betzenberg hinauf zum Fritz-Walter-Stadion fuhr. „Das war ein bewegender Moment, der auch bei den Spieler angekommen ist.“ Die „Teufels-Tränen“ werden trocknen in den nächsten Tagen. „Jetzt dürfen wir traurig sein. Danach gehen wir in die Analyse der Saison“, erklärte Runjaic, der noch bis 2016 beim FCK unter Vertrag steht. Den eingeschlagenen Weg mit jungen, hungrigen Talenten will man in der Pfalz weitergehen. „Wir richten uns neu aus und versuchen in der nächsten Saison den großen Wurf.“ (dpa/wg)