Flexibel, aktuell, zeitgemäß und urban: RNF setzt auf neueste Technologie und neue Standorte

Das Rhein-Neckar-Fernsehen steht vor einer entscheidenden Veränderung: Es wird den etablierten Studio-Standort in der Mannheimer Dudenstraße aufgeben und künftig von drei Standorten in der Metropolregion Rhein-Neckar aus operieren: Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen. Jedes Studio ist mit Produktions- und Verwaltungskapazitäten ausgerüstet; alle Standorte sind digital miteinander vernetzt.

“Wir versprechen uns davon eine agilere und schlankere Arbeitsweise – nahe am Menschen. Die Zuschauer und User können eine noch schnellere Berichterstattung und intensivere journalistische Bearbeitung von Themen aus ihrem direkten Umfeld erwarten”, sagt RNF-Geschäftsführer Ralph Kühnl.


Video zum Thema aus dem RNF-TV-Programm vom 14. September 2020


Dr. Andreas Schneider-Neureither, Gesellschafter der Rhein-Neckar-Fernsehen und TV-Produktion GmbH, trägt die Weiterentwicklung des Senders mit: “Die Belegschaft zeigt in diesem Projekt ein hohes Maß an Eigenmotivation und Willen zur Veränderung. Wir brechen hier wirklich etablierte Strukturen auf und denken Regionalfernsehen vollkommen neu – erheblich flexibler und jünger als in der Vergangenheit. Ich sehe in dieser Neuaufstellung viel Potenzial für die Zukunft.”

“Wir verlegen den Sender in die Cloud”

Möglich wird das durch die konsequente Digitalisierung aller redaktionellen und technischen Abläufe. “Wir verlegen den Sender gewissermaßen in die Cloud”, so Ralph Kühnl. Das Redaktionssystem und die Sendeabwicklung – Herzstücke eines jeden TV-Senders – liegen künftig in Rechenzentren, die nicht mehr an den Senderstandort gebunden sind. Alle journalistischen Mitarbeiter*innen erhalten ein persönliches Reportage-Kit, das Kamera, Stativ, Mikrofon, Licht und ein Produktions-Notebook enthält, auf dem Video-Beiträge geschnitten und zu Ende bearbeitet werden können. Ein aktuelles Smartphone mit ausreichend großem Datenvolumen komplettiert die Ausrüstung.

Zu Konferenzen “treffen” sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit Beginn der Corona-Zeit Mitte März ohnehin schon in “Google Meet”, Dokumente liegen in Google Drive, die sonstige Kommunikation im Team läuft über das Tool “Slack”. “Die Konsequenz aus diesem Gesamtpaket ist, dass die Redaktion nicht mehr örtlich an einen bestimmten Senderstandort gebunden ist. Theoretisch kann ohne Reibungsverluste auch von zu Hause produziert werden”, sagt Ralph Kühnl.

Dass der Ansatz funktioniert, hat die Belegschaft während der Corona-Zeit bereits bewiesen: Um den Abstand zu wahren, produzierten die Redakteurinnen und Redakteure ihre Programmbeiträge alleine, häufig aus provisorischen Home Offices und transferierten sie dann auf Server im RNF. “Das hat besser geklappt, als man vorher ahnen konnte. Wir haben in diesen Wochen im März und April viel gelernt. Alles, was wir nun tun, ist, dieser Arbeitsweise eine passende Struktur zu geben. Was sich bewährt hat, behalten wir bei; wo wir improvisieren mussten, bessern wir nach. Wir schaffen Freiräume und eröffnen damit neue Möglichkeiten”, so Ralph Kühnl.

Drei Standorte garantieren größere Programmvielfalt

Gleichwohl benötigt ein Fernsehsender ein Studio – und davon wird RNF künftig gleich drei an unterschiedlichen Orten haben. “Wir wollen näher heran an die relevanten Themen, näher heran an unsere Zuschauer und User und näher heran an Partner, Kunden und Multiplikatoren. Wir wollen sichtbar und ansprechbar sein”, erläutert Kühnl die Strategie.

Das aus den Sendungen “RNF LIFE” und “RNF Intensiv” bekannte Studio findet seinen neuen Standort in Heidelberg-Pfaffengrund, gänzlich neue Studiokapazitäten entstehen im Musikpark Mannheim sowie in der Ludwigshafener Industriestraße. “Wir erschließen auf diese Weise Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis besser als zuvor, schaffen an unserem langjährigen Stammsitz in Mannheim den Anschluss an die junge, kreative Szene im Umfeld der Gründerzentren sowie der Popakademie und errichten in Ludwigshafen einen Brückenkopf nahe der City und am Tor in die Pfalz, die einen wichtigen Teil unseres Sendegebiets ausmacht”, so Kühnl weiter.

Potenzial für neue Formate im Fernsehen und auf digitalen Plattformen

Die Studios sind untereinander so vernetzt, dass sie einander problemlos zugeschaltet werden können. “Wir können hier einzelne Sendeelemente für RNF LIFE, also Interviews oder Liveschaltungen, oder ganz neue Formate produzieren. In jedem Fall wird die Neuausrichtung Aktualität und Programmvielfalt steigern; nicht nur im Fernsehen, sondern auf allen digitalen Plattformen, auf denen wir vertreten sind”, verspricht Ralph Kühnl. Mit frischen Sendereihen wie “URBAN”, “DEHÄÄM” und “RNF Intensiv” hat diese inhaltliche Neuausrichtung seit dem Frühjahr bereits begonnen. Jeder der drei Standorte ist darüber hinaus mit Schnittplätzen für höherwertigere Produktionen und Video-Produktionen für Kunden (z.B. Imagefilme) ausgestattet, außerdem gibt es Büros für Redaktion, Vertrieb und Verwaltung.

Die zurzeit 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RNF verteilen sich von wenigen Ausnahmen abgesehen so auf die Standorte, dass sie jeweils den geringsten Anfahrtsweg von zu Hause an ihren Arbeitsplatz haben – nicht zuletzt ist dies auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Insgesamt belegt RNF an den drei künftigen Standorten weniger Fläche als bisher im Studiokomplex in der Mannheimer Dudenstraße. “Die Technik ist bei erheblich höherer Leistungsfähigkeit kleiner und leichter geworden”, so Ralph Kühnl, “wir benötigen dadurch weniger Platz als früher und passen uns diesen Rahmenbedingungen konsequent an.”

Die Planungen zu den Veränderungen bei RNF haben im April 2020 begonnen und sollen zum 1. Dezember 2020 umgesetzt sein. Unternehmenssitz bleibt Mannheim. (Bild: Archiv RNF)