Frankenthal: „Barbarenschatz“-Finder zu Bewährungsstrafe verurteilt

Weil er einen als einmalig geltenden Gold- und Silberfund aus der Spätantike ausgrub und monatelang hortete, ist ein 23-Jähriger vom Amtsgericht Speyer wegen Unterschlagung zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zwar habe er den Schatz letztlich ausgehändigt, aber Indizien sprächen dafür, dass dies allein aus Angst vor polizeilichen Ermittlungen passiert sei, sagte Richterin Sascha Umealo-Wels in Frankenthal. Der Angeklagte muss zudem 3.000 Euro an ein Kinderhospiz zahlen.
Mit dem Urteil lag das Gericht um drei Monate unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert. Rechtsanwalt Markus Menzendorff kündigte an, er wolle Rechtsmittel einlegen. Der Angeklagte selbst äußerte die Vermutung, an ihm solle ein Exempel statuiert werden. Er hatte den gut 100 Stücke umfassenden „Barbarenschatz“ im Mai 2013 in der Südpfalz entdeckt, als er ohne Genehmigung mit einer Sonde den Boden absuchte. Im Dezember 2013 gab
er ihn ab. (jos)